16.01.2017 14:03
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Bern
SAK nur in Hügel- und Bergzone senken
Der Regierungsrat gibt die Gesetzesvorlage zum bäuerlichen Boden- und Pachtrecht (BPG) mit zwei Varianten in die Vernehmlassung. Ein parlamentarischer Vorstoss verlangt, dass die Gewerbegrenze im Kanton generell auf 0.6 «Standardarbeitskraft» (SAK) gesenkt wird. Der Kanton will den Wert nur in der Berg- und Hügelzone anpassen.

Der Regierungsrat führt zur Änderung des Gesetzes über das bäuerliche Boden- und Pachtrecht (BPG) ein Vernehmlassungsverfahren durch. Anlass der Gesetzesänderung ist die Umsetzung der Motion Graber «Gewerbegrenze generell auf 0.6 Standardarbeitskraft (SAK) festlegen», die in der Junisession 2016 überwiesen wurde. Heute liegt die Gewerbegrenze im Kanton Bern für Landwirtschaftsbetriebe in der Talzone bei 1.0 SAK und im Berg-/Hügelgebiet bei 0.75 SAK.

10 Prozent mehr landwirtschaftliches Gewerbe


Der Berner Regierungsrat wehrt sich dagegen, dass künftig 10 Prozent mehr Bauernbetriebe als landwirtschaftliches Gewerbe gelten. Er will nur Bauern im Berg- und Hügelgebiet entgegenkommen, nicht aber den Landwirten in der Talzone.

Bei der Revision des bäuerlichen Boden- und Pachtrechts schickt der Regierungsrat zwei Varianten in die Vernehmlassung, wie er am Montag mitteilte. Die eine Variante setzt eine Forderung des Grossen Rates um, der letzten Sommer einen Vorstoss aus SVP-Reihen überwiesen hat.

Strukturwandel ausgebremst


Die sogenannte Standardarbeitskraft (SAK) soll demnach generell auf 0,6 gesenkt werden. Das hätte zur Folge, dass deutlich mehr Betriebe als landwirtschaftliches Gewerbe gelten würden. Die betroffenen Landwirte profitieren von zahlreichen Privilegien.

Mit der generellen Senkung würde der Strukturwandel ausgebremst, findet der Regierungsrat. In einer zweiten Variante schlägt er deshalb vor, die Gewerbegrenze nur im Berg- und Hügelgebiet anzupassen und von heute 0,75 auf 0,6 zu senken. In der Talzone soll die Standardarbeitskraft bei 1,0 bleiben.

Kein Kanton im Tal unter 0.75 SAK


Der Kanton hat zudem eine Umfrage durchgeführt. Gemäss dieser Umfrage beabsichtigt kein anderer Kanton, die Gewerbegrenze generell in allen Produktionszonen auf 0.6 SAK zu senken. Bei der Mehrheit der Kantone liegt die Gewerbegrenze in allen Zonen bei 1.0 SAK. «Kein Kanton unterschreitet in der Talzone den Wert von 0.75 SAK», hält die Berner Regierung fest.

Die Vernehmlassung zur Änderung des Gesetzes über das bäuerliche Boden- und Pachtrecht dauert bis am 18. April 2017.

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