17.12.2015 15:20
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bern
«Präsidentenschüblig für den Agrarminister
Die Stadt Langenthal hat dem frisch gewählten Bundespräsidenten Johann Schneider-Ammann am Donnerstag einen warmen Empfang in der Kälte bereitet. Hunderte Menschen applaudierten, als er am frühen Abend an der Spitze eines Umzugs in der Marktgasse eintraf.

«Ich freue mich, endlich daheim zu sein», rief Schneider-Ammann der Bevölkerung zu. Als «Bub aus dem Emmental» habe er Langenthal viel zu verdanken; schliesslich habe er in dieser Stadt die Schulen besucht und lange Jahre als Unternehmer gewirkt.

Viel Polizei


Für den kurzen Umzug der geladenen Gäste hatten sich zahlreiche Schulkinder mit Lampions, Fahnen und einem selbstgemalten Transparent am Strassenrand aufgestellt. Im Stadtzentrum gabs dann «Präsidentenschüblig» und Pilzrisotto für alle. Die Gäste aus Bern zogen später für das Festbankett in die Markthalle weiter.

Begonnen hatten die Feierlichkeiten am frühen Nachmittag in Bern. Viel Polit-Prominenz fand sich zur Feierstunde im Stadttheater ein, darunter die beiden ehemaligen Berner Bundesräte Samuel Schmid und Adolf Ogi. Vor dem Gebäude waren deutlich mehr Polizisten zu sehen als vor Jahresfrist bei der Feier für Simonetta Sommaruga in Köniz.

Sommarugas Rat

Sommaruga versuchte ihren Nachfolger in einer launigen Ansprache auf das Präsidialjahr einzustimmen. In der Schweiz könne sich ein Bundesrat recht frei bewegen, bei Auslandbesuchen als Bundespräsident sei das ganz anders: Oft seien die Sicherheitsdispositive «zwischen beeindruckend und beängstigend».

Plötzlich sei man mit Staatsoberhäuptern und Königen zusammen - «und man wartet. Man wartet ziemlich oft darauf, dass ein Anlass beginnt.» Sommaruga empfahl ihrem Nachfolger, diese Wartezeiten zu nutzen. Denn in diesen Momenten ergäben sich oft die besten Gespräche , und mitunter tausche man mit Staatsoberhäuptern die Handy-Nummer aus wie unter Teenagern.

«Gemeinsam für Jobs»

Schneider-Ammann selber erinnerte an das Motto seines bevorstehenden Präsidialjahres: «Gemeinsam für Jobs und unser Land.» Die Schweiz werde erfolgreich bleiben, wenn sie ihren Prinzipien die Treue halte. Sie müsse also «weltoffen, bodenständig und souverän» bleiben.

Der bernische Regierungspräsident Hans-Jürg Käser freute sich, dass das Bundespräsidium «dort bleibt, wo es gut aufgehoben ist: Im Kanton Bern.» Käser ist wie Schneider-Ammann ein Freisinniger aus Langenthal.

Die offizielle Feier in einem Theater auszurichten, sei sicher eine gute Idee, befand der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät. Politik habe schliesslich viel mit Theater zu tun. Schneider-Ammann werde die Rolle des aufs Volk zugehenden Bundespräsidenten sicher brilliant ausfüllen.

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