25.09.2018 16:03
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bundesrat
Politologen ziehen zwiespältige Bilanz
Bundesrat Johann-Schneiders Amtszeit wird von Schweizer Politologen zwiespältig bewertet.

Die Politologen Mark Balsiger und Adrian Vatter haben den Eindruck, dass Schneider-Ammann in den acht Jahren im Amt nie richtig in der Regierung angekommen sei. Der Wirtschaftsminister sei im Denken immer unternehmerisch geblieben: «Das politische Denken war ihm fremd», sagte Vatter.

Er habe sich zwar sehr in seine Materie vertieft. Doch in seiner Art der Kommunikation und im strategischen Vorgehen sowie in der Suche nach Koalitionspartnern sei er eher ungeschickt vorgegangen. Dies sei so, weil es im politischen Umfeld weniger klare, hierarchische Strukturen als in der Wirtschaft gebe.

Zu dieser zwiespältigen Bilanz kommt Vatter auch, weil Schneider-Ammann einige Baustellen hinterlasse, darunter die flankierenden Massnahmen. Andererseits sei dies eine Chance für die FDP, ein Jahr vor den Wahlen einen neuen Kopf zu präsentieren. Positiv bewertet Vatter das Freihandelsabkommen mit China, welches unter Schneider-Ammann abgeschlossen werden konnte.

Auch Balsiger sieht zwei Seiten in Schneider-Ammans Amtszeit: «Schneider-Ammanns Ruf als Patron war hervorragend, nur konnte er dies nicht in seine Position als Bundesrat überschreiben.» Wie Vatter hält er ihm aber die Erfolge mit den neuen Freihandelsabkommen zugute. Zudem habe sich Schneider-Ammann stets für den Wirtschaftsstandort Schweiz eingesetzt.

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