6.04.2020 16:02
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Verbände
Obstverband: Hess neuer Präsident
Landwirt Jürg Hess aus Roggwil TG wurde von den Delegierten zum neuen Präsidenten des Schweizer Obstverbandes (SOV) gewählt. Er tritt die Nachfolge von Bruno Jud an.

Die Corona-Pandemie wirkt sich auch die Verbände aus. Da Versammlungen in der Schweiz derzeit untersagt sind, wurde die 22. Delegiertenversammlung auf dem schriftlichen Weg durchgeführt.

Pflanzenschutzinitiativen und AP22+

Die Wahl eines neuen Präsidenten war eine der Traktanden. Mit Jürg Hess konnte das Präsidium mit dem Wunschkandidaten des Vorstandes besetzt werden, heisst es in der Mitteilung des SOV. Hess wird in diesem Jahr auf dem politischen Parkett gefordert sein. Eines seiner Hauptziele ist die Bekämpfung der Pflanzenschutzinitiativen. Diese seien extrem, so Hess. 

Auch bei der Agrarpolitik 2022+ (AP22+) sieht der Obstbauer Handlungsbedarf. Die Botschaft hat der Bundesrat zur Vernehmlassung geschickt. «Die bewährte Regelung betreffend Grenzschutz soll erhalten bleiben. Zudem ist mir wichtig, dass wir trotz aller Diskussionen rund um Pflanzenschutz und AP22+ kein neues, starres Regelwerk schaffen, das eine gute Schweizer Obst- und Beerenproduktion verunmöglicht», lässt sich Hess in der Mitteilung zitieren. 

Nationalrätin setzt sich für Verband ein

«Wir werden auch in Zukunft unsere Kulturen schützen müssen. Die Forschung muss unbedingt gestärkt werden, damit wir praxistaugliche Alternativen zu Pflanzenschutzmitteln haben», betont Hess. Auch bei der Ausbildung und der Förderung des Berufsnachwuchs will der Thurgauer Pflöcke einschlagen. 

Nebst dem 58-jährigen Jürg Hess wurden weitere Mitglieder neu in den Vorstand gewählt. Mit Michael Artho, Adrian Seeholzer und Vinzenz Bütler erfahre der Vorstand eine starke Verjüngung. Die Nationalrätin und Önologin Simone De Montmollin (FDP/GE) wird die Obstbauern im Parlament einbringen. 

Hess bewirtschaftet 13 ha-Betrieb

Hess bewirtschaftet in Roggwil TG einen Landwirtschaftsbetrieb mit rund 13 ha Tafelkernobst. Seit 27 Jahren engagiert sich der Thurgauer im Verband. Er ist Sprecher Produktion des Produktzentrum Tafelkernobst. Seit 2012 ist er Vizepräsident im SOV-Vorstand. Er verfüge über viel Erfahrung ein weise breites Netzwerk auf, schreibt der Verband.

Der scheidende Präsident Bruno Jud stand acht Jahre lang an der Spitze des SOV. «Als Unternehmer und Verarbeiter hat Bruno Jud die Entwicklung und die Modernisierung des Schweizer Obstverbandes stets vorangetrieben. Durch sein starkes Engagement, seine klaren Linien und seinem Unternehmergeist hat er die Obstproduktion und Obstverarbeitung unglaublich gestärkt», würdigt SOV-Direktor Jimmy Mariéthoz die Verdienste von Jud.

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