22.09.2019 18:29
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Klima
Nutztierbestand um 25 % verkleinern
Die Grüne Partei und die Sozialdemokraten wollen den Nutztierbestand hierzulande um 25% verkleinern. Franz Hagenbuch, Präsident Swiss Beef, kontert, dass man stattdessen den Flughafen Zürich um 25% verkleinern könnte.

In der  SRF-Sendung «Rundschau» vom Mittwoch trat Nationalrat Bastien Girod (Grüne, ZH) auf. Er sagte: «Wir fordern einen Verzicht auf den Import von Kraftfutter und keine Massentierhaltung. Wenn man das in den nächsten zehn Jahren umsetzt, bedeutet dies eine Abnahme des Tierbestands um etwa 25%.» Jedes vierte Nutztier müsse weg, forderten die Grünen, hiess es in der Sendung.

Ernährungsumstellung notwendig

Als Quelle diente eine Vernehmlassungseingabe der Grünen Partei vom 8. Dezember 2016 mit dem Titel «Klimapolitik nach 2020». Dort steht auf Seite 26: «Um eine Treibhausgas-Reduktion von 30% bis 2030 zu erreichen, muss der Tierbestand um rund einen Viertel abnehmen. Eine solche Transformation klappt nicht ohne begleitende Umstellung der Konsumgewohnheiten hin zu vermehrt pflanzenbasierter Kost.

Sonst besteht die Gefahr, dass die inländische Verringerung der Tierbestände durch Importe kompensiert wird und die Klimagasmengen in der Summe gleich bleiben oder sogar ansteigen.» Nationalrat Beat Jans (SP, BS) sagte in der «Rundschau»: «Viel Fleisch wird auf der Basis von importierten Futtermitteln hergestellt, die letztlich den Regenwald kosten. Das müssen wir reduzieren. Aus Sicht des Klimaschutzes ist es ein richtiges Ziel.» 

Landwirtschaft als Sündenbock

Politisch gaben in der Sendung die Nationalräte Markus Ritter (CVP, SG), Nadja Pieren (SVP, BE), Mike Egger (SVP, BE), Andreas Aebi (SVP, BE) und Lorenz Hess (BDP, BE) Gegensteuer. Die Devise: Die Leute sollen essen dürfen, was sie wollen, und  Fleisch sei ein wertvolles Lebensmittel. Auf dem Hof der Familie Meier in Waltenschwil AG erwiderte Franz Hagenbuch, Präsident von Swiss Beef und CVP-Nationalratskandidat: «Da soll die Landwirtschaft oder die Nutztierhaltung zum Sündenbock gemacht werden. Man könnte auch mal an einem anderen Ort ansetzen: ein Viertel weniger Mobilität,  ein Viertel weniger Wohnraum pro Person,  den Flughafen Zürich um einen Viertel verkleinern. Damit würde man einiges mehr erreichen.»

«Bio ist fürs Klima nicht die  Lösung»

Franz Hagenbuch verteidigte in der «Rundschau» die intensive Rindviehmast: «Unsere Tiere leben weniger lange als extensiv gehaltene, dadurch stossen sie weniger Methan aus. Sie brauchen auch weniger Fläche. Damit sind wir ökologisch sehr gut positioniert.» Man produziere Nahrungsmittel, gewisse Emissionen seien ein notwendiges Übel, ohne gehe es nicht. Die «Rundschau»-Macher gingen dann zu Biobauer Kilian Baumann nach Suberg BE, um im Off-Kommentar festzustellen: «Kein Soja, keine Massentierhaltung. Doch Bio ist in diesem Fall nicht die Lösung.

Die gemütlich grasenden Tiere wachsen nur langsam. Länger leben heisst bei Kühen immer: mehr klimaschädliches Methan.» Baumann bestätigte das: «Es ist so, wenn die Kühe ausschliesslich Gras und Heu fressen, leben sie ein paar Monate länger. Wir haben damit den Vorteil, dass wir keine Futtermittel, insbesondere keine aus Brasilien, importieren müssen.» Er sage seinen Kunden jeweils, sie sollten sich keine Illusionen machen, der Konsum von Rindfleisch sei nie klimafreundlich. Er sage seinen Kunden auch: «Esst weniger Fleisch. Und wenn ihr Fleisch esst, schaut, welches und wie es produziert worden ist.» 

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