9.04.2015 09:09
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Sigrist/blu
Zürich
NR: Max Binder kündigt Rücktritt an
Der Zürcher hat sich entschieden, bei den Wahlen im kommenden Herbst nicht mehr anzutreten. Der SVP-Nationalrat war über 20 Jahre in der Grossen Kammer tätig.

„Meine Motivation für das Amt ist nach wie vor gross – aber ich habe mich entschieden, bei den Wahlen im Herbst 2015 nicht mehr anzutreten“, sagte Max Binder am Mittwochabend an der Delegiertenversammlung des Zürcher Bauernverbands (ZBV) in Illnau-Effretikon. Er informierte somit die Bauern im Kanton Zürich als Erste von seinem Entscheid. 

Max Binder (Jahrgang 1947) ist seit 24 Jahren als Nationalrat für die SVP in Bern tätig. Der Landwirt aus Illnau-Effretikon ist, so sagte er, „überhaupt nicht amtsmüde“, aber er wolle aufhören, bevor er müde werde. Den ZBV wird er 2017 bei dessen 175-Jahre-Jubiläum unterstützen und insbesondere bei der geplanten Zürcher Landwirtschaftsausstellung eine führende Rolle einnehmen.

Max Binder ist eine gewichtige bäuerliche Stimme in Bern. In seinen sechs Amtsperioden erlebte er den Umbau der Agrarpolitik und die Umstellung zum Direktzahlungssystem. Als nationaler Politiker mit Einsitz in diversen Kommisionen war er auch bei Tunnelbauten vor Ort(NEAT, Vereina etc.), was ihm spannende Begegnungen bescherte. Besonders in Erinnerung bleiben wird ihm sein NR-Präsidialjahr 2003/04. „Ich hatte viele interessante Aufgaben und viele Kontakte mit in- und ausländischen Behörden und – was mich besonders forderte – die Bundesratswahlen im Dezember 2003 zu leiten, die ich zum Glück in bester Ordnung und Disziplin erledigen konnte“.

Der SVP-Nationalrat hat in seiner langen Amtstätigkeit viele Veränderungen miterlebt, was jedoch ihn besonders stört, ist „die zunehmende Hektik, welche die elektronische Welt bereitet, davor muss man sich schützen“. Nach seinem Rücktritt im kommenden Herbst dürfte es für ihn ruhiger werden, auch wenn er sich bestimmt nach wie vor politisch da und dort einbringen wird. Aber: „Die Politik hat auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene die letzten 30 Jahre meines Lebens und das unserer Familie wesentlich mitbestimmt – von dieser Mit- und zum Teil eben auch Fremdbestimmung möchte ich mich nun lösen“.

Mit Blick auf die nationalen Wahlen im Herbst müssten sich die Zürcher Bauern geeint und mit aller Kraft dafür einsetzen, in Bern wieder angemessen vertreten zu sein, meinte Binder gegenüber der NZZ. Binder will sich uneingeschränkt für den bisherigen Nationalrat Ernst Schibli (Otelfingen) sowie die beiden ambitionierten Kantonsräte Martin Haab (Mettmenstetten) und Konrad Langhart (Oberstammheim) einsetzen.

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