25.09.2018 06:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Abstimmung
Nein wegen Preis&Einkaufstourismus
Die Angst vor steigenden Lebensmittelpreisen und mehr Einkaufstourismus waren die stärksten Argumente für die Ablehnung der beiden Agrarvorlagen am Sonntag. Die Initiative für Ernährungssouveränität fand nur bei den Grünen eine Mehrheit. Zudem gab es einen «Geschlechtergraben».

Dies ergab die Tamedia-Nachbefragung zur Eidgenössischen Abstimmung vom 23. September, wie der Medienkonzern in einer Mitteilung schreibt. 8'499 Personen aus der ganzen Schweiz haben online an der Befragung teilgenommen.

Abschottung bei Ernährungsouveränität


Zwar lehnten Haushalte mit höheren und tieferen Einkommen die Fair-Food-Initiative gleichermassen deutlich ab. Dennoch war das klar stärkste Nein-Argument, dass die Vorlage zu teureren Lebensmitteln und mehr Einkaufstourismus führe.

Gegen die Initiative für Ernährungsouveränität sprach aus Sicht der Teilnehmenden der Nachbefragung neben dem Preisargument auch, dass die Initiative die Landwirtschaft vom Markt abschotten wolle.

Frauen und Junge für Fair-Food

Weiter zeigte die Umfrage einen ausgeprägten Geschlechtergraben, besonders bei der Fair-Food-Initiative: 45 Prozent der Stimmbürgerinnen sagten Ja, aber nur 31 Prozent der Männer, die an die Urne gingen. Die Fair-Food-Initiative wurde lediglich von den Anhängern der SP und Grünen unterstützt, die Ernährungssicherheit kam nur bei den Grünen auf eine Mehrheit. Auch 55 Prozent der SP-Sympathisanten sagten nein zu diesem Begehren.

Bedeutend waren die Unterschiede im Stimmverhalten zwischen den Altersgruppen: 45 Prozent der 18- bis 34-Jährigen sprachen sich für Fair-Food aus, bei den über 65-Jährigen waren es nur 28 Prozent. Bei der Ernährungssouveränität lautete das entsprechende Verhältnis 34 zu 25 Prozent.

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