28.10.2016 16:10
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Bern
Mit der Kuh auf dem Bundesplatz
Am Freitagvormittag machte Landwirt Daniel Lehmann auf dem Bundesplatz in Bern auf die Littering-Problematik aufmerksam. Er hat in den letzten Jahren drei Kühe durch Fremdkörper verloren.

Daniel Lehmann ist Landwirt und Städter zugleich. Er ist im Westen der Stadt Bern zuhause, nahe des Dorfes Oberbottigen. Wer ihn zuhause besucht, hat nicht den Eindruck, auf dem Boden einer Stadt zu sein. Und doch: Seit der Eingemeindung von Bümpliz im Jahr 1918 liegt sein Hof auf dem Boden der Stadt Bern. Insgesamt gibt es in Bern 48 Landwirtschaftsbetriebe.

Kandidat fürs Stadtpräsidium

Auf den Bundesplatz ist Lehmann aus zweierlei Gründen gekommen. Mit dem Anti-Littering-Plakat, das der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) vertreibt, und seiner Kuh macht er auf die Littering-Problematik aufmerksam. Den Passanten erzählt er, dass er in der letzten Zeit drei Kühe wegen Fremdkörpern verloren hat. Und ist er in seiner Rolle als Kandidat für den Gemeinderat (Exekutive der Stadt) und das Stadtpräsidium da.

In diesem Wahlkampf tritt die SVP mit einer eigenen Liste an, auf der Lehmann einer von 5 Kandidaten ist und angesichts der Parteistärke der SVP (die Sitze werden im Proporzverfahren vergeben) und seiner Persönlichkeit absolut realitistische Wahlchancen hat.

Lesen Sie am Samstag im Schweizer Bauer das Interview mit dem Bauer, der für die Regierung der fünftgrössten Stadt der Schweiz kandidiert. 

Zur Person (Kasten)

Daniel Lehmann ist in Oberbottigen im Westen der Stadt Bern Mitglied einer Tierhaltergemeinschaft (THG), in der gut 50 Kühe, gut 50 Rinder/Kälber und 130 Mastschweine gehalten und 54 ha LN bewirtschaftet werden. Davon werden rund 20 ha ackerbaulich genutzt für Mais, Weizen, Sonnenblumen und Eiweisserbsen. Die Molkereimilch (rund 500'000 kg pro Jahr) geht mit Hofabfuhr an die Emmi. Die THG züchtet mit zwei Präfixen: «le-go» für Kühe der Rassen HO/RF, RH sowie «budis» für BS und Gebrauchskreuzungen.  

Der heute 53-jährige Lehmann bildete sich zum dipl. Landwirt aus und war in jungen Jahren vollamtlich als Betriebshelfer tätig. Dann holte er die Matura nach. Bevor er aber an der Universität Bern Recht studierte, machte er die Meisterprüfung als Landwirt. Während des Studiums arbeitete er Teilzeit auf dem Betrieb, ab dem 4. Jahr Uni als Betriebsleiter. Lehmann ist Mitglied des Kleinen Vorstandes des Berner Bauernverbands, bei dem er auch die Fachkommission Pflanzenbau präsidiert. Er hat ein eigenes Beratungsbüro, «Lehmannagro», das u.a. in raumplanerischen Fragen und bei Nachfolgelösungen Hilfe bietet. Er ist verheiratet mit Verena Lehmann-Balsiger. Die beiden haben drei Kinder. Marc ist an der Hafl, Vera an der Uni in Rennes (F), und Reto im 3. Lehrjahr als Landwirt in Lentigny FR. sal

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