27.11.2019 10:01
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Aargau
Meisterlandwirt wird Nationalrat
Die landwirtschaftliche Vertretung im Nationalrat wächst um ein Mitglied. Alois Huber (SVP), Präsident des Bauernverbandes Aargau (BVA), rutscht in die grosse Kammer nach. Er wird sein Amt voraussichtlich am 2. März 2020 antreten.

Der vergangene Sonntag verlief ganz im Sinne des Bauernverbandes Aargau. Nationalrat Hansjörg Knecht wurde in den Ständerat gewählt. Der am 20. Oktober in den Nationalrat gewählte Jean-Pierre Gallati schaffte am 24. November den Sprung in den Regierungsrat. Während Knecht von Beginn weg vom BVA unterstützt wurde, empfahl der Vorstand Jean-Pierre Gallati im zweiten Wahlgang in den Regierungsrat.

Bis 2021 BVA-Präsident

Somit wird BVA-Präsident Alois Huber bald in den Nationalrat nachrutschen. Der 57-Jährige belegte den zweiten Ersatzplatz. Es ist gemäss Mitteilung vorgesehen, dass der Meisterlandwirt in der Frühlingssession seinen Einstand geben wird. Gallati wird noch die Wintersession im Dezember bestreiten. 

«So verbleibt für Huber noch etwas Zeit, sich zu organisieren», heisst es im Communiqué. Huber wird noch bis im Frühling 2021 Präsident des BVA bleiben. Aufgrund der Amtszeitbeschränkung wird er dann sein Amt abgeben.

Agrarpolitik AP 22+ als Schwerpunkt

Huber ist gemäss Angaben des BVA seit 1999 Pächter des Gutsbetriebs Schloss Wildegg. Der fünffache Familienvater schloss 1988 erfolgreich die Meisterprüfung ab. Seit 2012 ist er Grossrat im Kanton Aargau. Huber ist im Vorstand des Schweizer Bauernverbandes (SBV), Verwaltungsrat des Landwirtschaftliches Bau- und Architekturbüro des SBV und im Verwaltungsrat der Aargauer Zentralmolkerei (AZM).

Im Vorfeld der Wahlen für den Nationalrat kommunizierte Huber auch seine politischen Ziele. Die Agrarpolitik AP 22+, eine produzierende Landwirtschaft, Raumplanung und Kulturlandschutz sind seine Schwerpunkte. Als Vorstandsmitglied des Schweizer Bauernverbandes konnte er sich viel Wissen aneignen. «Die Herausforderungen mit der AP 22+ und den vielen Agrarinitiativen werden für die bäuerlichen Nationalräte in der nächsten Legislatur enorm sein. Hier möchte ich tatkräftig an guten Lösungen mitarbeiten und mich für unseren Berufsstand mit ganzem Herzen einsetzen.» Weiter will sich Huber gegen einen weiteren Abbau des Grenzschutzes sowie für ein sicheres und faires Einkommen für die Landwirte und Bäuerinnen einsetzen.

Auch Siegenthaler und Wismer-Felder rutschten nach

Huber ist bereits der dritte landwirtschaftliche Vertreter, der in den Nationalrat nachrutscht. Die Berner Finanzdirektorin Beatrice Simon (BDP) verzichtete auf die Ständerats-Stichwahl und auf ihr Nationalratsmandat. Der Verzicht von Simon war die Chance von Landwirt Heinz Siegenthaler. Der Seeländer schaffte trotz Abwahl den Sprung in die grosse Kammer. 

Auch im Kanton Luzern profitierte eine landwirtschaftliche Vertreterin.CVP-Nationalrätin Andrea Gmür wechselte in den Ständerat. Sie wurde in stiller Wahl in die kleine Kammer gewählt. Bäuerin Priska Wismer-Felder (CVP) rutschte in den Nationalrat nach.

BVA hat Ziele erreicht

Der BVA zieht nach diesem Wahlsonntag eine positive Bilanz. So konnte er seine Ziele, Hansjörg Knecht im Ständerat, ein bäuerlicher Nationalrat und ein Kandidat auf einem aussichtsreichen Ersatzplatz, vollumfänglich erreichen, beziehungsweise gar übertreffen. So schaffte Andreas Meier, Weinbauer und CVP-Grossrat aus Klingnau, den Sprung auf den ersten Ersatzplatz auf der CVP-Liste und Christian Glur aus Murgenthal erreichte den zweiten Ersatzplatz auf der SVP-Liste.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE