28.11.2019 10:52
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Agrarpolitik
Manifest zu «widersprüchlicher Agrarpolitik»
Mit einem bäuerlichen Manifest will die Bauerngewerkschaft Uniterre die Landwirte in der Schweiz gegen den «unlauteren Wettbewerb», dem die Landwirtschaft durch die Freihandelsabkommen ausgesetzt sei, zusammenbringen und mobilisieren. Die Forderungen der Unterzeichner sollen dann ins Parlament getragen werden.

Angesichts der prekären Situation, in der sich die schweizerische Landwirtschaft befinde, hält es Uniterre für angebracht, dass sich die Branche nicht mit Differenzen aufhält, sondern die gemeinsamen Werte im Manifest erkennt und sich dahinter schart, wie das Komitee am Donnerstag vor den Medien in Bern ausführte.

Zwischen zwei Extremen behaupten

Die Landwirtschaft in der Schweiz müsse sich zwischen zwei Extremen behaupten, sagte Uniterre-Sekretärin Vanessa Renfer gemäss Redetext. Einerseits wachse das ökologische Bewusstsein bei den Konsumenten, daraus entstünden höhere Anforderungen und Ansprüche an die einheimische Landwirtschaft.

Andererseits mache die ausländische Konkurrenz weiterhin Druck auf die Preise, weil sie weniger Einschränkungen habe. Diese Herausforderung könnten die Bäuerinnen und Bauern in der Schweiz nicht alleine bewältigen. Es sei eine gesamtgesellschaftliche Krise, die sich nur gemeinsam meistern lasse. Bäuerinnen und Bauern aus den Produktionssektoren Weinbau, Schweinezucht, Milchproduktion, Getreideproduktion und Gemüseanbau schilderten in der Folge die Auswirkungen dieser «widersprüchlichen» Schweizer Agrar- und Wirtschaftspolitik auf ihren Arbeitsalltag.

Zwischen Hammer und Amboss

Weinbauer Yves Batardon aus Genf führte aus, für die Bäuerinnen und Bauern in der Schweiz sei es unmöglich, einerseits die hohen Normen zur Nachhaltigkeit und bei der Entschädigung zu respektieren und gleichzeitig der Konkurrenz ausländischer Importware standzuhalten.

Die Schweinezucht wiederum erlaube zwar dank stabiler Preisentwicklung eine hohe Wertschöpfung und Entlöhnung, räumte Schweinehalter Markus Müller aus Sempach LU ein. Allerdings stamme das Futtermittel beinahe zur Hälfte aus dem Ausland, weil die Verwertung von Futterabfällen und tierischen Nebenprodukten aus regionaler handwerklicher Verarbeitung in der Schweiz nicht erlaubt sei. Das müsse sich ändern.

Manifest ins Parlament bringen

Nur eine nachhaltige, lokale, ausgewogene und konsequente Agrarpolitik mache es möglich, dem im Manifest zur bäuerlichen Mobilisierung angeprangerten «unlauteren Wettbewerb» durch die Freihandelsabkommen wirkungsvoll zu begegnen, schloss Renfer den Reigen.

Ziel der Zusammenkunft in Bern vom Donnerstag sei es, die Forderungen der Unterzeichner des Manifestes ins Parlament zu bringen. Zu diesem Zweck will Uniterre nach der Unterschriftensammlung Versammlungen in den Kantonen organisieren. Daraus sollen Vorschläge entstehen, die den frisch gewählten Parlamentsmitgliedern in Bern vorgelegt werden und als Verhandlungsgrundlagen dienen sollen.

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