24.09.2020 18:41
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Klimaschutz
Klima: Junglandwirte mit Alternative
Die bürgerlichen Jungparteien und die Junglandwirte halten nichts von den Aktionen der Klimabewegung. Diese verknüpfe sachfremde Themen mit dem Klimaschutz und wolle «einen Systemwechsel erzwingen». Zudem bringe sie die Öffentlichkeit gegen Klimaanliegen auf. Die Jungparteien und Junglandwirte präsentieren eigene Massnahmen.

Der zivile Ungehorsam habe in der illegalen Besetzung des Bundesplatzes resultiert, teilten die Junge SVP, die Jungfreisinnigen, die Junge CVP, die Junglandwirte und die Dachorganisation der Wirtschaft für erneuerbare Energie und Energieeffizienz am Donnerstag mit.

Die Klimabewegung stelle sich «bewusst gegen die Grundlagen unseres Rechtssystems». Sie verbinde den Klimaschutz mit Kapitalismuskritik, Gleichstellungspolitik oder Klassenkampf, die nichts mit dem Klima zu tun hätten.

Der Zusammenschluss der bürgerlichen Jungparteien und der Wirtschaft will «die Klimaproblematik mit konstruktiven Mitteln lösen», wie er schreibt. Sein Massnahmenkatalog orientiere sich an den Pariser Klimazielen. Zudem erhielten die Jugendlichen, die nicht mit dem «aufständigen Kurs» der Klimakollektive einverstanden seien, die Möglichkeit, die Klimapolitik mitzugestalten.

Der Massnahmenkatalog «Zukunft Klimapolitik Schweiz» beinhaltet acht Schwerpunkte. Er setzt auf Kostenwahrheit, Energiesparpotenziale, Landwirtschaft, Strommarktöffnung, Innovationsförderung, Berücksichtigung externer Mobilitätskosten, Digitalisierung und Eigenverantwortung. Die Massnahmen sind gemäss dem Zusammenschluss gesellschafts- und wirtschaftsverträglich. Etwas anderes sei nicht mehrheitsfähig.

Diese Massnahmen ermpfehlen die bürgerlichen Jungparteien und Junglandwirte für die Landwirtschaft

-> hier gehts zur Website Zukunft Klimapolitik Schweiz

Zukunft Klimapolitik Schweiz besteht aus Vertretern der bürgerlichen Jungparteien jCVP, jBDP, Jungfreisinn und jSVP. Ergänzt durch die Junglandwirte und Vertreter der Wirtschaft.

Kurz zusammengefasst:

  • Lebensmittelverschwendung reduzieren
  • Klimafreundliche Produktionen über Beiträge (Produktionssystembeiträge) fördern
  • bauliche Massnahmen
  • praxisnahe Forschung fördern
  • Bereitstellung erneuerbarer Energien 

Die Landwirtschaft ist vom Klimawandel betroffen, ist aber auch in der Verantwortung. Die Landwirtschaft trägt 14.2% zu Treibhausgas-Emissionen (THG) in der Schweiz bei. Sie hat ihren Ausstoss seit 1990 um 13.9% reduziert. Jedoch ist die Reduktion aufgrund der komplexen biologischen Prozesse eine Herausforderung und von vielen Zielkonflikten begleitet. Am relevantesten ist der Methanausstoss aus der Viehhaltung, wobei zunehmende Anforderungen an das Tierwohl kontraproduktiv auf die Emissionen wirken.

Wichtig ist insbesondere die Gesamtkonsumperspektive, da über die Hälfte der THG-Emissionen im Schweizer Nahrungsmittelsektor im Ausland anfallen. Deshalb muss Food Waste auf allen Stufen weiter reduziert und das Konsumverhalten für klimafreundliche Ernährung gefördert werden. Mit der Agrarpolitik sollen über verschiedene Instrumente klimafreundliche Produktionen gefördert werden. Beispielsweise über die Produktionssystembeiträge mit Modulen zu Agroforst, Humusaufbau, Langlebigkeit von Milch- und Mutterkühen, methanhemmende Fütterungszusätze sowie mit den Strukturverbesserungsmassnahmen mit der Förderung von umwelt- und tierfreundlicher Produktion über bauliche Massnahmen und Unterstützung von klimafreundlichen Technologien. Ein weiterer interessanter Ansatz ist die Pflanzenkohle mit Pyrolyse, welche als CO2-Senke dient und weitere Vorteile, beispielsweise für die Bodenfruchtbarkeit, bringt.

Auch die derzeitige Diskussion rund um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln stellt die Landwirtschaft im Zusammenhang mit dem sich verändernden Klima vor grosse Herausforderungen. So treten Schadorganismen regelmässiger und intensiver auf und die Substitution von Herbiziden durch mechanische Massnahmen verursacht zusätzliche THG-Emissionen. Soll die Landwirtschaft die Ziele zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln im sich verändernden Klima erreichen, ist sie mehr denn je auf eine praxisnahe Forschung angewiesen. Namentlich im Bereich Pflanzenzüchtung und der Schaffung von Alternativen zu chemischem Pflanzenschutz ist die Forschung am Standort Schweiz nun in der Pflicht. Mit entsprechenden Massnahmen aus der Klima- und Energiepolitik, kann die Landwirtschaft über die Bereitstellung erneuerbarer Energien (Biomasseanlagen, Holz und PV-Anlagen) zur Erreichung der Klimaziele beitragen.

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