17.11.2016 16:14
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Bauernverband
«Keine Sparübungen auf Buckeln der Bauern»
Die Delegierten des Schweizer Bauernverbands (SBV) verabschiedeten an ihrer Jahresversammlung eine Resolution gegen Sparbestrebungen bei der Landwirtschaft. «Keine Sparübungen auf dem Buckel der Bäuerinnen und Bauern!», schreibt der SBV in seiner Mitteilung.

Darin fordern sie von Bundesrat und Parlament, den landwirtschaftlichen Zahlungsrahmen für die Periode 2018-21 auf dem Niveau des bisherigen zu belassen und auf Kürzungen im Rahmen des Stabilisierungsprogramms 2017-19 sowie des Budgets 2017 zu verzichten.

Bauern leisten mehr

«Die Bauernfamilien erbringen mit der AP 2014-17 zusätzliche und neue Leistungen – zum Beispiel mit Projekten im Bereich der Landschaftsqualität und des Umweltschutzes sowie bei den Tierwohl-Programmen. Doch trotz des hohen Engagements und viel Innovationskraft verharren ihre Einkommen auf tiefem Niveau», heisst es in einer Mitteilung. Niedrige Arbeitsverdienste und mehrfach gemachte Versprechen, dass er die bestellten Leistungen bezahlen werde, hielten den Bundesrat jedoch nicht davon ab, bei allen Gelegenheiten bei der Landwirtschaft den Rotstift anzusetzen.

Aus diesen Gründen appellierten die SBV-Delegierten mit einer Resolution an Bundesrat und Parlament, den Zahlungsrahmen für die Land- und Ernährungswirtschaft für die Periode 2018-21 auf dem Niveau des bisherigen zu belassen und damit die gemachten Versprechen einzuhalten sowie auf Kürzungen im Rahmen des Stabilisierungsprogramms 2017-19 und des Budgets 2017 zu verzichten.

Reduktion nicht gerechtfertigt

Eine Reduktion sei angesichts der tiefen Einkommen der Bauernfamilien nicht zu rechtfertigen, so die Begründung. Dass der Bund sparen müsse sei zwar nachvollziehbar, schliesslich seien die Bundesausgaben in den letzten Jahren gestiegen – jedoch nicht bei der Landwirtschaft. «Im Gegensatz zu anderen Budgetposten blieb jener für die Landwirtschaft stabil. Gemessen an den gestiegenen Gesamtausgaben gingen die Zahlungen für die Landwirtschaft anteilsmässig gar zurück», wid argumentiert.

Weiter würdigten die Delegierten die Gewinner der AgriSkills 2016, die erste eigene Berufsmeisterschaft für das Berufsfeld Landwirtschaft. Anfang September traten insgesamt 44 junge Berufsleute zum Wettbewerb gegeneinander an und kämpften um den Titel als Schweizer Meister/in. Der Thurgauer Michael Messerli stieg bei den Landwirten/Landwirtinnen auf das oberste Treppchen, Mathurin Gisel aus dem Waadtland setzte sich bei den Weintechnologen/Weintechnologinnen durch und der Aargauer Christian Steimer hatte bei den Winzer/Winzerinnen die Nase vorn.

Vorstand wiedergewählt

Die Delegierten nahmen schliesslich verschiedene Wahlen vor. Präsident Markus Ritter sowie sein Vize-Päsidium – bestehend aus Christine Bühler, Hans Frei und Fritz Glauser – wurden einstimmig für weitere vier Jahre bestätigt. Neu in den SBV-Vorstand gewählt wurde Stefan Müller, Landeshauptmann des Kantons Appenzell Innerrhoden als Vertreter für die Berggebiete. Er ersetzt Lorenz Koller, der nach 13 Jahren aus dem SBV-Vorstand zurücktritt. Zahlreiche Wechsel gab es auch in der Landwirtschaftskammer.

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