3.10.2018 10:55
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Initiativen
Kein Geld von der Agrochemie
Der Bauernverband will für den Kampf gegen die Trinkwasser-Initiative kein Geld von den Pflanzenschutzmittelherstellern.

Der «Schweizer Bauer» machte im Juli die Diskussionen transparent, die innerhalb des Schweizer Bauernverbandes in der Frage der Finanzierung zur Kampagne gegen die beiden Anti-Pestizid-Initiativen (vgl. Kasten) liefen. Umstritten war die Frage, ob sich die Pflanzenschutzmittelhersteller wie Syngenta, Bayer oder BASF oder der Verband «Scienceindustries» finanziell an der Kampagne beteiligen. 

Keine Beiträge an Allianz

Jetzt ist der Entscheid gefallen: Die Schweizer Landwirtschaft will für diesen Zweck kein Geld von diesen Firmen. Urs Schneider, stellvertretender Direktor des Schweizer Bauernverbandes (SBV), erklärt dazu auf Anfrage: «Wir sind sowohl mit Scienceindustries wie auch mit den Pflanzenschutzmittel-Firmen – einvernehmlich – übereingekommen, dass sie nicht Mitglied der Allianz gegen die Pflanzenschutzmittel-Initiativen werden.» 

Diese würden eigenständige Massnahmen ergreifen und diese auch finanzieren. «Es sind keine finanziellen Leistungen an die Allianz vorgesehen», stellt Schneider klar. Soweit nötig und sinnvoll, soll jedoch eine Koordination der Massnahmen der Allianz und von Scienceindustries erfolgen, dies bedinge eine gegenseitige Information, führt Schneider weiter aus. 

Glaubwürdigkeit sichern 

Dabei geht es dem SBV um die Glaubwürdigkeit der eigenen Kampagne. «Der SBV beziehungsweise die Allianz will sich nicht dem Vorwurf aussetzen, im Dienste der Industrie und der Pflanzenschutzmittel-Firmen, die natürlich auch ein kommerzielles Interesse haben, zu stehen», sagt Schneider. Der SBV wolle eine sinnvolle Produktion, bei der ein zurückhaltender, umweltverträglicher Einsatz von Pflanzenschutzmitteln möglich sein soll, nicht zuletzt, um die Erwartungen der Konsumentinnen und Konsumenten an die Produkte zu erfüllen. Abgestimmt wird über beide Initiativen zum Thema Pflanzenschutz voraussichtlich im Jahr 2020. 

Zwei Initiativen

Trinkwasser-Initiative: 
Sie will, dass nur Bauern Direktzahlungen erhalten können, die auf den Einsatz von Pestiziden (der Initiativtext enthält keine Einschränkung auf chemisch-synthetische Pestizide) und auf die prophylaktische Abgabe von Antibiotika verzichten, die die Biodiversität erhalten und die nur so viel Tiere halten, wie sie mit betriebseigenem Futter ernähren können.

Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» von Future3: 
Sie will in der Schweiz den Einsatz synthetischer Pestizide in der landwirtschaftlichen Produktion verbieten. Die gewerbsmässige Einfuhr von Produkten, die im Ausland mit synthetischen Produkten hergestellt wurden, würde auch verboten.  sal

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