21.09.2015 14:45
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
Hondrich künftig nicht mehr Bio
Der Pächter des Gutsbetriebs Hondrich gibt die Bewirtschaftung nach Richtlinien von Bio Suisse auf. Er will stattdessen eine Betriebsgemeinschaft mit einem konventionell wirtschaftenden Landwirt eingehen, um einen Stallneubau realisieren zu können. Der Kanton Bern hat das Gesuch bewilligt. Noch vor wenigen Monaten wollte der Kanton am Biolandbau festhalten.

Eine Stallerweiterung auf dem Hondrich ist nicht möglich. Deshalb will der Pächter mit einem konventionell produzierenden Landwirtschaft eine Betriebsgemeinschaft eingehen, um eine Stallbau-Lösung realisieren zu können. Dazu musste er beim Kanton Bern ein Gesuch einreichen, um den Betrieb nicht mehr nach Bio-Suisse-Richtlinien zu bewirtschaften.

Schulbetrieb wird garantiert

Diesem Gesuch wurde nun stattgegeben, wie die Berner Volkswirtschaftsdirektion am Montag kommunizierte. „Auf Basis verschiedener Abklärungen hat das Inforama dieses Gesuch bewilligt, damit für den Kleinbetrieb Hondrich der Weg für eine betriebswirtschaftlich sinnvolle und für den Kanton Bern kostengünstige gemeinschaftliche Lösung geebnet wird“, so die Ausführungen der Direktion.

Die für den Schulbetrieb nötigen Dienstleistungen werden garantiert. Tiere könne zu Unterrichtszwecken in den Gutsbetriebsstall gebracht werden. Entsprechende Umbauarbeiten werden vorgenommen.

Kanton vollzieht Kehrtwende

Die spezifisch fokussierte Bioausbildung wird vom Inforama auf dem vom Projekt Bio-Schwand betriebenen Standort Schwand angeboten. Im Mai 2015 hatte der Kanton die Motion von Regina Fuhrer und Kilian Baumann, dass der Gutsbetrieb des Inforama Hondrich weiterhin nach biologischen Richtlinien bewirtschaftet werden soll, mi Ja beantwortet.

Der Regierungsrat zeigte sich damals überzeugt, dass eine Umstellung auf konventionelle Bewirtschaftung auch ein falsches Zeichen für die Entwicklung des Berggebietes setzen würde.

Inforama-Standortleiter Bernhard Berger sagt hingegen Ende April gegenüber der Berner Zeitung, dass für das Inforama die Bioproduktion nicht zwingend notwendig sei. Durch den Ausstieg würde sich kaum etwas ändern. Auch weiterhin würde praktisch auf Biolevel produziert werden, liess Berger verlauten. In der Ausbildung sind gemäss seinen Ausaagen in Hondrich bislang nur in Einzelfällen biospezifische Übungen durchgeführt worden.

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