14.03.2019 12:46
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bund
Gülle: Bund will neue Regeln
Bauern sollen künftig sorgsamer mit Gülle umgehen. Das Ziel: weniger Gestank und sauberere Luft durch tiefere Ammoniakemissionen. Das ist ein Kernpunkt der Vernehmlassung zu technischen Änderungen an umweltrelevanten Verordnungen. Das Verfahren beginnt am Donnerstag und dauert bis 21. Juni.

Die Schweizerische Landwirtschaft ist für mehr als 90 Prozent der Ammoniakemissionen im Land verantwortlich. Ein Grossteil davon entsteht, wenn Gülle ausgebracht wird oder wenn Jauchegruben keine Abdeckung haben. Genau hier gäbe es Potential zur Reduktion. Das hat der Bundesrat bereits in seinem Entwurf zur Agrarpolitik ab 2022 festgehalten.

Güllelager dauerhaft abdecken

Deshalb soll nun in die Luftreinhalte-Verordnung (LRV) aufgenommen werden, dass Güllelager dauerhaft abgedeckt werden. Zum anderen soll es künftig Vorschrift sein, Gülle - wo topografisch möglich - mit Schleppschlauchverteilern und nicht mehr mit Pralltellern auszubringen. Dieses emissionsmindernde Ausbringverfahren wird seit mehreren Jahren im Rahmen der Direktzahlungsverordnung gefördert. 

Bereits heute würden viele Landwirtschaftsbetriebe diese beiden bewährten Massnahmen umsetzen, heisst es in einer Mitteilung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) vom Donnerstag. Mit dieser Mitteilung kündigt das Uvek das Vernehmlassungsverfahren zu technischen Änderungen an umweltrelevanten Verordnungen an.

Änderungen bei Pflanzenschutzmitteln

Darüber hinaus schlägt das Uvek vor, den Begriff «Siedlungsabfälle» zu präzisieren. Hintergrund davon ist, dass seit dem 1. Januar nur die Abfälle von Haushalten und Unternehmen mit weniger als 250 Vollzeitstellen als Siedlungsabfälle gelten, während grössere Unternehmen für ihre Abfälle selber verantwortlich sind.

Dabei zwischen Stuhl und Bänke gefallen sind die öffentlichen Verwaltungen, die nicht als Unternehmen gelten. Deshalb soll nun in der Abfallverordnung (VVEA) der Begriff «Siedlungsabfälle» angepasst werden. Änderungen sind auch für die Ausfuhr von Pflanzenschutzmitteln vorgesehen, die in der Schweiz nicht mehr zugelassen sind. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) will für solche Chemikalien den Export nur noch genehmigen, wenn das Einfuhrland dem ausdrücklich zustimmt.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE