20.10.2019 15:20
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wahlen
Grüne noch besser als erwartet
Die SVP verliert, die grünen Kräfte legen zu: Diese Prognose scheint sich bei den Nationalratswahlen zu bestätigen, und zwar deutlicher als erwartet. Die Grünen gewinnen teilweise auf Kosten der SP.

Laut Lukas Golder von gfs.bern könnten die Grünen bei den Nationalratssitzen «zweistellig» zulegen. Die Grünliberalen könnten bis zu 8 Sitze gewinnen.

Stark zulegen dürften die Grünen im Kanton Genf. Nach Auszählung von 77 Prozent der Stimmen dürften sie dort einen Wähleranteil von über 20 Prozent erreichen und stärkste Partei im Kanton werden. Damit würden die Grünen in Genf zwei Sitze dazu gewinnen und auf drei Sitze kommen. Auch die Grünliberalen dürften einen Sitz erobern.

Auf Kosten der SP

In Zürich sagen Hochrechnungen den Grünen 4,4 Prozentpunkte mehr Wähleranteil voraus. Die Grünliberalen legen sogar um 6,8 zu. Überraschend schlecht dürfte die SP abschneiden: Die Hochrechnung geht von einem Verlust von 4,2 Prozentpunkten voraus, was die SP drei Sitze kosten dürfte. Wenig Grund zum Feiern hat auch die SVP, die 1,7 Prozentpunkte verlieren könnte.

Im Kanton Tessin könnten die Grünen gemäss Hochrechnung 8,1 Prozentpunkte zulegen. sie hätten damit neu einen Sitz. Stärkste Partei bliebe die FDP, gefolgt von der Lega und der CVP. Wie die SP würde die FDP aber leicht verlieren. Auch im Wallis könnten die Grünen ihren ersten Sitz im Nationalrat erobern - auf Kosten der CVP. SP, FDP und SVP dürften ihre Sitze hingegen verteidigen.

Auf Kosten der FDP

In Thurgau dürften die Grünen ebenfalls auf der Siegerseite stehen. Gemäss Hochrechnung erobern sie den Nationalratssitz der FDP. Die SVP verliert zwar, kann ihre drei Sitze aber halten. CVP und SP behalten je einen Sitz.

Im Kanton Luzern könnte die SP gemäss Hochrechnung einen zweiten Sitz gewinnen. Verliererinnen wären SVP und FDP. In St. Gallen gewinnen die Grünen und die Grünliberalen gemäss der Hochrechnung je einen Nationalratssitz, die SVP verlieren je ein Mandat.

Linke hält Sitze in Basel-Stadt

In Basel-Stadt zeichnet sich ab, dass die Linke ihre Sitze wohl wird halten können. Im Wahlkampf musste Sibel Arslan von der linken BastA! um ihren Sitz bangen. Stattdessen wird es nun für die SVP knapp: Nationalrat Sebastian Frehner wird voraussichtlich nicht wiedergewählt.

Im Kanton Aargau gewinnen CVP und SP gemäss Hochrechnung der SRG je einen Sitz, auf Kosten der krisengeschüttelten kantonalen SVP sowie der FDP, die 2015 nur dank Proporzglück drei Mandate eroberte. Grüne und GLP stagnieren. BDP-Vertreter Bernhard Guhl würde seinen Sitz gemäss Hochrechnung an die EVP verlieren.

Kontinuität in kleinen Kantonen

In kleinen und ländlichen Kantonen stehen die Zeichen eher auf Kontinuität, jedenfalls im Nationalrat. In Graubünden liegt Magdalena Martullo-Blocher an erster Stelle, sie dürfte die Wiederwahl problemlos schaffen. Offen ist, ob ihr SVP-Nationalratskollege Heinz Brand die Wiederwahl schafft. Auch BDP-Nationalrat Duri Campell muss zittern. Sein Sitz könnte an die FDP gehen.

Schlussresultate liegen aus sechs Kantonen vor. In Nidwalden wurde erwartungsgemäss SVP-Nationalrat Peter Keller für eine dritte Amtszeit wiedergewählt. Appenzell Ausserrhoden bestätigte SVP-Nationalrat David Zuberbühler knapp. Der FDP ist es nicht gelungen, ihren vor vier Jahren verlorenen Sitz zurückzuerobern.

Uri: CVP übertrumpft SVP

Im Kanton Obwalden hat die SVP den Nationalratssitz zurückerobert, den sie 2011 verloren hatte. Monika Rüegger schaffte die Wahl knapp vor CVP-Mitglied Peter Krummenacher. Sie ist die erste Nationalrätin des Kantons.

In Uri verliert die SVP hingegen ihren einzigen Nationalratssitz. Der 31-jährige CVP-Landrat Simon Stadler löst den bisherigen Beat Arnold ab. In Appenzell Innerrhoden verteidigt die CVP ihren Sitz mit dem ehemaligen Regierungsrat Thomas Rechsteiner. Glarus schickt auch in den nächsten vier Jahren BDP-Chef Martin Landolt als einzigen Vertreter im Nationalrat nach Bern.

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