18.08.2017 18:15
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Tamedia
Gibt es bald keine Berner Zeitung mehr?
Im Kanton Bern könnte es bald keine grosse, eigenständige Tageszeitung mehr geben. Das befürchten Tamedia-Mitarbeiter. Nun schalten sich die Berner Parteien ein.

Praktisch die ganze Belegschaft von «Berner Zeitung» und «Der Bund» hat am Donnerstag in Bern ihrer Besorgnis über mögliche Abbaupläne des Tamedia-Konzerns Ausdruck verliehen.  «Vielfalt statt Einheitsbrei» lautete das Motto des gemeinsamen Risotto-Essens. Grund zur Verunsicherung gibt den Belegschaften, insbesondere jener in Bern, der Mutterkonzern Tamedia. Der Verwaltungsrat soll Ende August voraussichtlich über ein Sparpaket befinden. Bisher ist offiziell noch nichts über dessen Inhalt bekannt.

Aus den bisherigen Andeutungen müsse man schliessen, dass sich die Pläne von Tamedia sehr unvorteilhaft auswirken dürften, betonten Vertreter der beiden Redaktionen. Vermutet wird unter anderem, dass künftig Kompetenzzentren gebildet werden, von wo aus die verschiedenen gemeinsamen Mantelteile für alle Tamedia-Tageszeitungen erstellt würden. Die grossen Berner Tageszeitungen  BZ und «Der Bund» gehören zwar schon seit 10 Jahren zum Zürcher Tamedia-Konzern. Während «Der Bund» schon seit geraumer Zeit seinen Mantel vom Zürcher «Tagesanzeiger» hat, könnte nun auch die BZ als eigenständiger Medientitel  verschwinden. Das würde bedeuten, dass über  Ausland, Inland, Kultur und auch Wirtschaft nicht mehr aus Bern berichtet würde.

In der BZ mit einer Auflage von gegen 140000, die auch auf dem Land stark gelesen wird, würde dann wohl auch über landwirtschaftspolitische Themen nicht mehr aus der Sicht des grössten Agrarkantons der Schweiz, sondern aus der sehr städtischen Sicht Zürichs berichtet. Auch bei der vorwiegend in der Stadt Bern verbreiteten Zeitung «Der Bund» könnte ein weiterer Abbau geschehen.

Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer wollte gemäss SDA nichts Konkretes zu den Abbauplänen sagen. Er  verwies aber  darauf, dass der Werbemarkt  stark rückläufig sei. Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres sei er gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent zurückgegangen.

Brief der bürgerlichen Parteien an die Tamedia

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