4.11.2014 10:30
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Getreide
Getreidebauern: Zollsenkung unzumutbar
Die Senkung des Ausserkontingentszollansatz (AKZA) für Brotgetreide um 36 Franken auf 40 Fr./100 kg erzürnt die Getreideproduzenten. So habe das Bundesamt für Landwirtschaft die Argumente der Getreidebranche ausser Acht gelassen. Nun befürchten die Produzenten zusätzlichen Druck auf den hiesigen Getreidemarkt.

Bereits im Herbst schlug das BLW vor, den Ausserkontingentsansatz zu senken. Die Branche unter der Federführung des Schweizerischen Getreideproduzentenverbandes (SGPV) formierte sich, um das Unheil abzuwenden. Der SGPV sprach sich vehement gegen eine Senkung aus, wie die gesamte Branchen auch.

Zwei Grenzschutzelemente

In der Schweiz besteht der Grenzschutz aus zwei Elementen: Einerseits aus der Grenzbelastung (Zoll und Garantiefondsbeitrag), andererseits aus dem Zollkontingent von 70'000 Tonnen. Die ersten 70'000 Tonnen können zu einem maximalen Grenzschutz von 23.-/dt importiert werden. Für zusätzliche Importmengen kommt der Ausserkontingentszollansatz (AKZA) zur Anwendung.

Momentan beläuft sich dieser auf 76.-/dt. „Damit sind Importe ausserhalb des Kontingents klar zu kostspielig“, schreibt der SGPV am Montagabend in einem Communiqué Der AKZA sei daher ein „bewährter mengenmässiger“ Grenzschutz.

Mengensteuerung noch schwieriger

Mit ihrer Stellungnahme stiessen die Getreidebauern im BLW auf taube Ohren. „Nachdem das BLW bereits gezeigt hat, dass es den Kontingentszollansatz systematisch senken will, greift es nun indirekt das Importkontingent an“, moniert der SGPV. Anstatt mit der Branche zu diskutieren, habe das BLW nur eine kleine Anpassung am Verordnungsentwurf gemacht. Der AKZA wurde lediglich von 76.-/dt auf 40.-/dt anstatt auf 30.-/dt gesenkt. „Die Senkung ist unverständlich und wird Einfluss auf die Getreidebranche haben“, macht der Verband deutlich.

Die Getreideflächen sinken jährlich um 1000 Hektaren. „Die Versorgung der Bevölkerung in der Schweiz wird dem Zufall überlassen“, mahnt der SGPV. Eine bereits gefährdete Branche werde so weiter unter Druck gesetzt. Spezialitätengetreide-Produzenten und Bio-Getreide-Produzenten seien die ersten Leidtragenden.

Zudem fürchtet der SGPV, dass bei Preisschwankungen auf den internationalen Märkten das Importkontingent von 70‘000 Tonnen überschritten wird und in der Schweiz die Preise unter Druck geraten. „Für den SGPV wird es noch schwieriger, die Schweizer Produktion mengenmässig für den Heimmarkt abzustimmen“, so das Fazit des Verbandes.

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