1.04.2020 08:01
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Wirtschaft
Getreide: Russland begrenzt Export
Bis Juni will Russland die Ausfuhr von Getreide auf 7 Mio. t beschränken.

Die Ausfuhren von Getreide aus Russland sollen in den Monaten April bis Juni 2020 auf insgesamt 7 Mio. t beschränkt werden, wie aiz.info bereits am Freitag vorab berichtete. Die Verfassung eines entsprechenden Regierungsbeschlusses hat das Landwirtschaftsministerium in Moskau am vergangenen Freitag bekannt gegeben. Die Quote gilt für Weizen einschliesslich Gemenge sowie Körnermais, Gerste und Roggen, mit Ausnahme von Getreidesaatgut.

Nicht betroffen von der Beschränkung sind die Ausfuhren in die Partnerländer innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU), der neben Russland auch Weissrussland, Kasachstan, Armenien und Kirgisistan angehören. Zugleich kündigte das Ministerium eine Intervention am Getreidemarkt an. An der Ausarbeitung des Dokuments seien die grössten inländischen Getreideexportgesellschaften beteiligt, heisst es in der Mitteilung. 

Erforderliche Reserve

Mit den Massnahmen soll die Stabilität am Lebensmittelmarkt Russlands und der gesamten EAWU unter den aktuellen Umständen gewährleistet werden. Die Ziele bestünden in der Sicherung einer erforderlichen Reserve an Getreide am Binnenmarkt sowie der Verbraucherpreise bei Mehl, Graupen, Brot und tierischen Erzeugnissen wie auch der Vorbeugung deutlicher Preissteigerungen bei den Hauptgetreidesorten. Die Quote für Getreideexporte dürfte keine Komplikationen für diesen Markt mit sich bringen, wird der Leiter des Moskauer Consulting- und Forschungszentrums für Agrarökonomie (Sovecon), Andrej Sisow, vom Informationsdienst RosBusinessConsulting zitiert. 

Laut der aktuellen Prognose von Sovecon könnten die russischen Gesellschaften bis Ende Juni rund 6,9 Mio. t Getreide ausführen, was praktisch der vom Landwirtschaftsministerium vorgesehenen Quote entspreche. Wie das dem Ministerium untergeordnete Agraranalysenzentrum inzwischen mitteilte, beliefen sich die Getreidevorräte in den russischen Landwirtschaftsbetrieben zum Anfang März auf insgesamt über 17,25 Mio. t (ohne Anrechnung der Kleinproduzenten), was um 15,5% mehr waren als vor Jahresfrist. Jene von Weizen lagen bei fast 8,23 Mio. t und damit um 183,8% höher.

 

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