2.10.2019 18:10
Quelle: schweizerbauer.ch - mgt
St. Gallen
«Gegner wie im Schwingen kontern»
In Gossau trafen sich Exponenten der Ostschweizer Landwirtschaft zum Symposium «Schweizer Milchwirtschaft – quo vadis?». Neben SBV-Präsident Markus Ritter waren weitere prominente Landwirtschaftspolitiker aus 8 Kantonen zugegen.

Auch der Kuhsignal-Trainer Christian Manser und der Präsident der Schweizer Milchproduzenten (SMP) Hanspeter Kern wandten sich an das Publikum, wie die Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost (VMMO) mitteilen.

Ostschweiz auf Kühe angewiesen

Manser nahm in seinem Vortrag die Sicht einer Milchkuh ein und warf aus der Optik der Rindviecher einen Blick auf Politik und Gesellschaft . «Es ist wichtig, dass wir der landwirtschaftsfernen Bevölkerung vermitteln, dass wir Schweizer Bauern Teil der Lösung und nicht Teil des Problems sind», so Manser in Bezug zur Klima-Thematik und dem Methan-Ausstoss der Kühe.

Es sei kein Geheimnis, dass Kühe nicht nur Milch, sondern auch Methan produzieren, fuhr Manser fort. Schweizer Kühe verursachten aber nur 4% aller Schweizer Treibhausgasemissionen. Die grasreiche Ostschweiz sei mit der Weidewirtschaft auf Milchkühe angewiesen ist. «Je dichter und dauerhafter eine Weide bewachsen ist, desto mehr Kohlenstoff können Pflanzen in den Boden einbringen. Der daraus entstehende Humus ist einer der wichtigsten CO2-Speicher der Schweiz», sagte Manser. 

3 Rappen auf gesamter A-Molkereimilch

Bauernverbandspräsident Markus Ritter sprach über die nötige Einigkeit und Zusammenarbeit zwischen den landwirtschaftsfreundlichen Politikern. Damit die bäuerlichen Anliegen in Bundesbern Mehrheiten finden, müsse man idealerweise 4 Bundesräte, 24 Ständeräte und 101 Nationalräte auf seiner Seite haben, so Ritter. «Im Parlament fresse der Schnellere den Langsameren, weshalb es wichtig sei immer einen Schritt weiterzudenken um wie im Schwingen mit einem «Schlungg» die Angriffe der Gegner zu kontern», sagte Ritter. 

Hanspeter Kern adressierte seine Erwartungen an die Milchverarbeiter: «Wir sind auf die Milchgeldabrechnungen September 2019 gespannt und erwarten ganz klar, dass der in der Branchenorganisation Milch (BOM) erarbeitete Nachhaltigkeitszuschlag des «Grünen Teppichs» von 3 Rp./kg auf die gesamte A-Molkereimilch ausbezahlt wird.»

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