11.05.2015 15:00
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Getreide
Futtergetreide: Bundesrat in der Pflicht
Vergangene Woche hat der Nationalrat eine parlamentarische Initiative von Hansjörg Knecht bezüglich einem Einzelkulturbeitrag für Futtergetreide knapp abgelehnt. Die Branchenorganisation des Getreides, Swiss Granum, sieht den Bundesrat mit diesem Entscheid in der Pflicht.

Hauchdünn votierte der Nationalrat anlässlich der Sondersession von vergangenem Mittwoch gegen die Ausübung eines Einzelkulturbeitrages für das Futtergetreide. Mit 86 zu 82 lehnte es die Mehrheit ab, das Bundesgesetz vom 29. April 1998 über die Landwirtschaft (Änderung vom 22. März 2013) dahingehend zu ändern sei, dass zur Förderung der Getreide- und Futtermittelproduktion zwingend ein Einzelkulturbeitrag gewährt werden muss.

Damit hätte also nebst der Kultivierung auch die Verarbeitung sichergestellt werden sollen. Somit bleibt es also nun bei einer Kann-Formulierung. Diese lautet wie folgt: „Der Bund kann einen Einzelkulturbeitrag ausrichten, um eine angemessene Versorgung mit Nutztierfutter zu gewährleisten.“ In der Botschaft zur AP 2014-17 wurde als Messgrösse ein Rückgang der inländischen Futtergetreideproduktion genannt.

Und hier sieht Swiss Granum den Bundesrat in der Pflicht. Gemäss der ersten Ernteschätzung der Branchenorganisation ist der Rückgang beim Futterweizen in diesem Jahr deutlich. Die Fläche nimmt gegenüber dem Vorjahr um fast 1000 auf 7‘400 Hektaren ab. 2011 lag die Anbaufläche noch bei über 9‘000 ha. Neben Futterweizen wird auch bei Triticale mit einem Flächenrückgang gerechnet. Hier beträgt das Minus knapp 250 ha. Die bestellte Fläche liegt nun bei 8‘000 ha. 2011 wurde noch auf einer Fläche von 9‘700 ha Triticale angebaut. Leicht steigend hingegen im Vergleich zum Vorjahr ist die Fläche bei der Gerste (+400 ha auf 27‘600 ha). Insgesamt hat sich die Futtergetreide-Anbaufläche seit 2011 um 4'000 ha reduziert. Und dies unter Berücksichtigung einer Ausdehnung der Körnermaisfläche von knapp 500 ha.

„Aufgrund des Flächenrückgangs beim Futtergetreide ist der Bundesrat in der Pflicht, die ihm zur Verfügung stehenden Mittel zu nutzen und die gemachten Versprechen einzuhalten“, lautet die unmissverständliche Botschaft im Communiqué von Swiss Granum von Montag.

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