11.08.2014 09:20
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Futtergetreide
Futtergetreide: Branche schlägt Alarm
Die Anbaufläche von Futtergetreide ist in den letzten 20 Jahren um 40 Prozent zurückgegangen. Die Getreide- und Fleischproduzenten möchten dies ändern. Der Bund lehnt bisher eine Prämie für das Futtergetreide ab.

Auch in diesem Jahr ist die Futtergetreidefläche wieder gesunken. Knapp 4 Prozent weniger Futterweizen und jeweils knapp 2 Prozent weniger Gerste und Triticale wurden laut einer Schätzung von Swiss Granum gegenüber dem Vorjahr angebaut.

Weil wegen Auswuchses erhebliche Mengen Brotweizen deklassiert werden müssen und die Gerstenerträge erfreulich waren, steht 2014 zwar eine höhere Inlandmenge zur Verfügung. Der langfristige Trend ist aber klar negativ: Die Anbaufläche von Futtergetreide ist in den letzten 20 Jahren um 40 Prozent zurückgegangen.

Politiker schlagen Alarm

Der Selbstversorgungsgrad bei den Futtermittelrohstoffen ist dadurch unter 50 Prozent gefallen. Deshalb schlagen Politiker jetzt Alarm. «Welche Bedeutung hat Swissness bei der inländischen Fleisch- und Eierproduktion, wenn mehr als die Hälfte der dazu notwendigen Rohstoffe aus dem Ausland eingeführt wird?», fragt Ständerat Roland Eberle (SVP, TG).

Der Schweizer Bauernverband (SBV) fordert, dass per 2015 für das Futtergetreide ein Einzelkulturbeitrag in der Höhe von 400 Fr./ha ausgerichtet wird. Dabei dürften aber die anderen Einzelkulturbeiträge und die Verkäsungszulage nicht angetastet werden, betont Francis Egger vom SBV. Auch die Getreide-, Schweine- und Geflügelproduzenten engagieren sich für diese Prämie.

Coop für Anliegen, Migros dagegen

Support erhalten die Bauernvertreter nun vom Grossverteiler Coop. «Wir haben Verständnis für das Anliegen», erklärt die Medienstelle. Die Branche müsse in Zusammenarbeit mit dem Bund Lösungen diskutieren, um gute Rahmenbedingungen für eine marktorientierte Schweizer Futtermittelproduktion zu schaffen. «Schweizer Produkte mit hohem Schweizer Rohstoffanteil sind ein Kundenbedürfnis, das sinkenden Inlandanteilen bei der Fütterung zuwiderläuft», heisst es.

Anders sieht es die Migros. Sie lehnt eine Futtergetreideprämie ab 2015 ab. «Zuerst soll beobachtet werden, wie sich die Umsetzung der AP 14–17 auf den Anbau von Futtergetreide auswirkt», meint Jürg Maurer, Leiter Agrarpolitik. Den Konsumenten sei das Tierwohl wichtiger als die Herkunft des Futters.

Abwarten will auch das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW). Es verweist darauf, dass mit der neuen Agrarpolitik das Futtergetreide relativ zum Brotgetreide und zum Grünland bessergestellt worden sei. Für mehr Futtergetreide müsste laut BLW von anderen Ackerkulturen weniger angebaut werden. Der SBV hingegen möchte das Grünland reduzieren.

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