3.01.2014 11:50
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann/Samuel Krähenbühl
Bauernverband
Familien sollen Rückgrat bleiben
Der Schweizer Bauernverband (SBV) stellte gestern seine Aktivitäten zum Internationalen Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe vor. Dabei waren auch die Entwicklungshilfeorganisationen Swissaid und Helvetas.

«Ziel ist es, das grosse Potential der bäuerlichen Familienbetriebe zu betonen, um den Hunger auf der Welt zu bekämpfen und die natürlichen Ressourcen zu schonen». Mit diesen Worten fasste SBV-Präsident Markus Ritter gestern an der Neujahrsmedienkonferenz in Romanens FR das Ziel des UNO-Jahres der bäuerlichen Familienbetriebe zusammen.

Nationales Komitee mit Swissaid und Helvetas

In der Schweiz habe sich ein nationales Komitee gebildet, das verschiedene Aktionen im Verlauf des Jahres durchführe: «Dem Komitee gehören neben SBV, Swissaid und Helvetas auch der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband sowie die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete an.» Dazu gehöre, dass sich 27 bäuerliche Familienbetriebe aus jedem Schweizer Kanton sowie drei ausländische Bauernbetriebe auf facebook regelmässig über ihre Arbeit und ihr Leben berichteten.

Für weltweite Bio-Landwirtschaft

Rudolf Rechsteiner, Präsident des Hilfswerks Swissaid, kritisierte in seinen Ausführungen das «vorherrschende industrielle Agrarsystem». Es sei paradox: «Rund 700 Millionen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern im Weltsüden leiden Hunger, obschon sie es sind, welche die Mehrheit aller Nahrungsmitttel produzieren.»

Die bäuerlichen Familienbetriebe sind in der Lage, die Welt zu ernähren. Ein zentrales Element der Bestrebungen von Swissaid sei auch die Unterstützung bei der Umstellung auf biologische Produktion, die in vielen Entwicklungsländern von offizieller Seite mit Rückständigkeit gleich gesetzt werde - «völlig zu Unrecht». Biologische Landwirtschaft werde zum Beispiel in Indien vom Staat regelrecht bekämpft. Ein weiteres Grundproblem seien auch die Exportsubventionen des Nordens, welche die Bauern des Südens konkurrenzieren würden.

Zu Besuch bei Red-Holstein-Europameister

Dass sich die Vorstellungen Rechsteiners nicht in allen Teilen mit denen vieler Schweizer Bauern decken, zeigte sich bei den Ausführungen von Christian Menoud, in dessen Stall mit 70 roten und schwarzen Holstein-Kühen. die Pressekonferenz stattfand.  Denn für die Zukunft wünscht sich der Red-Holstein-Europameister von 2013 mit Kuh Plattery Rubens Galante, dass es nicht noch immer mehr Einschränkungen und Vorschriften gebe. Die Familie von Christian und Isabelle Menoud ist eine von 30 Schweizer Bauernfamilien, welche in diesem Jahr ihre Stalltüren für das UNO-Jahr öffnen.

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