3.12.2015 07:36
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann, Raphael Bühlmann
Bundesratswahl
Ein Bauer für den Bundesrat
Der Waadtländer Bauer Guy Parmelin könnte nächsten Mittwoch zum zweiten SVP-Bundesrat gewählt werden.

Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf (BDP) wird auf Ende Jahr zurücktreten. Die Schweizerische Volkspartei (SVP) fordert einen zweiten Sitz im Bundesrat. Die Fraktion hat dafür drei Kandidaten aus drei Schweizer Sprachregionen nominiert: Thomas Aeschi (ZG),  Norman Gobbi (TI) und Guy Parmelin (VD).

Ackerbau und Reben

Der 56-jährige Parmelin ist Meisterlandwirt und führt in Bursins VD bei Nyon zusammen mit seinem Bruder einen Landwirtschaftsbetrieb. Auch sein achtzigjähriger Vater hilft nach wie vor mit. Der Betrieb umfasst heute 5 Hektaren Reben und 31 Hektaren Ackerbau. Die Trauben verkauft Parmelin an das Weinhandelshaus Schenk in Rolle VD. Die Milchproduktion hat er im Jahr 2011 aufgegeben. Sinkende Produzentenpreise und anstehende Investitionen in den Milchviehstall hätten den Entscheid herbeigeführt.

Parmelin hat in seiner politischen Karriere die typische Ochsentour durchlaufen: Gemeinderat, Gemeindepräsident, Grossrat,  Nationalrat. Und nun? Nachdem Parmelin im Alter von 25 Jahren in die Politik eingestiegen ist, könnte ihn die Bundesversammlung 31 Jahre später zum Bundesrat wählen.

Erst der dritte Bauer

Parmelin wäre nach dem Berner Rudolf Minger (1929–1940) und dem Waadtländer Paul Chaudet (1954–1966) erst der dritte aktive Bauer in diesem Amt. Im Interview mit dem «Schweizer Bauer» sagt er über seine politischen Ziele: «Persönlich will ich für eine Landwirtschaft kämpfen, bei der wieder die Lebensmittelproduktion im Vordergrund steht.»

Gewählt wird heute in einer Woche. Die Konferenz der bäuerlichen Parlamentarier wird am Montag alle drei SVP-Kandidaten anhören.  CVP-Nationalrat und Bauernverbandspräsident Markus Ritter sagt zur Kandidatur Parmelins: «Persönlich freue ich mich, dass die SVP mit Guy Parmelin einen sehr gut qualifizierten Bauern vorschlägt. Damit wird ihm auch das Vertrauen für die Übernahme dieses wichtigen Exekutivamtes seitens seiner Partei ausgesprochen.» Ritter geht davon aus, dass die Wahlchancen von Guy Parmelin  intakt sind. Denn Parmelin geniesse auch über die Grenzen seiner Partei hinaus Respekt und Anerkennung.

Das Interview lesen Sie in der Mittwochsausgabe des Schweizer Bauer oder im E-Paper.

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