29.10.2015 15:10
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bundesrat
Das Kandidatenkarussell der SVP
Die SVP will den frei werdenden Sitz im Bundesrat. Wer am 9. Dezember auf dem Ticket steht, ist offen. Das Feld möglicher Kandidaten ist noch immer weit.

Zu den Kronfavoriten gehört der Bündner Nationalrat Heinz Brand. Der ehemalige Chef der Kantonalen Fremdenpolizei hat sich als Migrationsexperte bei einem Kernthema der SVP profiliert. Brand politisiert streng auf Parteilinie, gilt aber als umgänglich.

Landwirt will Bundesrat werden

Das gleiche lässt sich vom Schaffhauser Ständerat Hannes Germann sagen, doch behält er sich das Recht auf eine eigene Meinung vor. In Sachen Bilaterale etwa ist er nicht auf SVP-Kurs. Germann wäre schon 2011 beinahe nominiert worden. Während er schon im Ständerat sitzt, muss der Nationalrat Hansjörg Knecht im Aaargau zum zweiten Wahlgang antreten. Nach Ansicht von SVP-Präsident Toni Brunner hat der Mühlenbetreiber das Zeug zum Bundesrat.

Aus der Waadt möchte Nationalrat Guy Parmelin auf das Bundesratsticket. Der Landwirt und Weinbauer wollte schon 2011 antreten, musste aber seinem Freiburger Ratskollegen Jean-François Rime den Vortritt lassen. Der Baselbieter Thoamas de Courten hat ebenfalls Interesse angemeldet.

Rösti mit geringen Chancen

Als möglicher Bundesratskandidat wurde auch immer wieder der Berner Albert Rösti genannt. Er hat das Handicap, dass sein Kanton bereits doppelt in der Regierung vertreten ist. Mit der gescheiterten Ständeratskandidatur dürften Röstis Chancen weiter gesunken sein. Auch der Genfer Nationalrat Yves Nidegger oder der Schaffhauser Thomas Hurter wurden bereits als mögliche Kandidaten genannt.

Die Kantonalparteien haben bis am 13. November Zeit, der Findungskommission unter der Leitung des früheren Aargauer Regierungsrates Ernst Hasler ihre Kandidaturen zu melden. Deren Empfehlungen werden am 16. November an einer ausserordentlichen Fraktionsvorstandssitzung gesichtet. Am 20. November entscheidet die Fraktion, wen sie als Kandidaten nominiert. Laut Brunner ist es wahrscheinlich, dass die SVP zwei Personen ins Rennen schickt.

Bereits aus dem Rennen genommen haben sich der Zuger Baudirektor Heinz Tännler und SVP-Fraktionschef Adrian Amstutz. Auch der frühere Nationalrat Peter Spuhler, einer der Wunschkandidaten der SVP, und der Thurgauer Ständerat Roland Eberle, haben bereits abgewunken. Parteipräsident Toni Brunner selber will nach eigenem Bekunden auch nicht in den Bundesrat, auch wenn ihn Ziehvater Christoph Blocher gern dort sähe.

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