24.11.2017 17:04
Quelle: schweizerbauer.ch - hals/blu
Bauernverband
«Das ist für uns unhaltbar»
Markus Ritter hat sich am Donnerstag nach der Delegiertenversammlung des Schweizer Bauernverbandes in Bern den Fragen von schweizerbauer.ch gestellt.

Markus Ritter, was hat den Bauernverband in diesem Jahr am meisten beschäftigt?
Das war sehr viele und unterschiedliche Themen. Das Wichtigste und der grösste Erfolg war die Abstimmung über die Ernährungssicherheit. Auch der Milchmarkt, die Gesamtschau des Bunderates zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik und die Raumplanung haben uns beschäftigt.

Der Bauernverband hat heute an der Delegiertenversammlung zehnt Punkte aufgeführt, weshalb er die Strategie des Bundesrates ablehnt. Welcher Punkt stört Sie am meisten an der Gesamtschau?
Wir haben keine wirtschaftliche Perspektive. Mit dem Abbau des Grenzschutzes von 50 Prozent geht rund 1 Milliarde Franken an Erlös an den Produkten verloren. Beim Einkommen geht laut Bundesrat rund ein Viertel oder 600 Millionen verloren. Kompensieren lässt sich das nur mit einem starken Strukturwandel von 1370 Betrieben pro Jahr. Das ist für uns nicht haltbar.

Nun zum Verfassungsartikel 104a zur Ernährungssicherheit. Der Bauernverband stellt klare Forderungen zur Umsetzung. Eine wichtige Forderung ist, dass die grenzüberschreitenden Handelsbeziehungen nicht zu Lasten der Landwirtschaft ausgestaltet werden. Mit welchen konkreten Schritten will der SBV seine Forderungen tatsächlich durchbringen?
Mit unserem Manifest, das wir an der DV beschlossen haben, haben wir die Forderungen zum Verfassungsartikel in jedem Punkt unterlegt. Im kommenden Jahr kommt die Umsetzung. Hier werden wir entscheiden, bei welchen Gesetze und Verordnungen wir unsere Forderungen mit Vorstössen weiterverfolgen werden. Aber zurück zu den grenzüberschreitenden Handelsbeziehungen: Diese sollen zur nachhaltigen Land- und Ernährungswirtschaft beitragen und das muss gelebt werden. Ich denke da an die angedachten Freihandelsabkommen mit Malaysia und Indonesien und damit verbunden Importe von Palmöl. Hier haben wir grosse Defizite bei der Nachhaltigkeit dieses Palmöls.

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