6.12.2015 09:49
Quelle: schweizerbauer.ch - sam
Bundesrat
Bundesratskandidat möchte bei Bauern sparen
Am Mittwoch wählt die Bundesversammlung einen neuen Bundesrat. Zwei der drei Kandidaten sind dagegen, bei der Landwirtschaft zu sparen. Einer - der Tessiner Norman Gobbi - sieht es etwas anders.

Die «Schweiz am Sonntag» hat die  drei SVP-Bundesratskandidaten zu einem Dreier-Interview geladen. Zwischen dem Tessiner Norman Gobbi auf der einen und dem Zuger Thomas Aeschi und dem Waadtländer Guy Parmelin auf der anderen Seite zeigten sich Unterschiede bei der Frage, ob bei der Landwirtschaft zu sparen sei oder nicht. «Die SVP fordert weniger Staatsaus gaben, Sie aber wollen mehr Geld für Sicherheit und Armee ausgeben. Wo wollen Sie denn sparen?», wollte die «Schweiz am Sonntag» wissen.  «Nicht bei der Armee und nicht bei der Landwirtschaft», antworteten Aeschi und Parmelin unisono. Etwas anders sieht es der Tessiner Gobbi: «Das Bundesbudget hat sich innerhalb von 25 Jahren verdoppelt, da braucht es schon Massnahmen, damit das nicht einfach so weitergeht.» Auf die Nachfrage an Gobbi, ob er auch bei der Landwirtschaft sparen würde, meinte er: «Das ist eine Frage der Prioritäten, die alle Departementsvorsteher erarbeiten müssen.»

Anders Bauer Guy Parmelin: «Die bisherige Mitte-Links-Mehrheit im Parlament wollte eine neue Landwirtschaftspolitik, die den Bund mehr kostet. Man sagte den Bauern: Wir öffnen die Grenzen, dafür bekommt ihr mehr Geld. Heute merkt man, dass man diese – falsche – Politik nicht mehr finanzieren kann. Falsch auch darum, weil wir die Versorgungssicherheit unseres Landes gefährden. Und nun sollen die Bauern für diese falsche Politik zahlen müssen?»

Auch der Zuger Thomas Aeschi würde nicht bei den Bauern, sondern anderswo sparen, nämlich dort, wo ein übermässiges Wachstum stattgefunden hat: «Seit 1990 haben die Sozialausgaben um 340 Prozent zugenommen. Auch die Kulturausgaben sind massiv gestiegen, auf über 1 Milliarde Franken in der Kulturbotschaft 2016 bis 2020. In der Entwicklungshilfe betrug das Wachstum 9 Prozent pro Jahr; hier bin ich für eine Umschichtung hin zur humanitären Hilfe vor Ort, aber grundsätzlich haben wir ein zu starkes Wachstum.» Auch beim Bundespersonal sei der Kostenanstieg enorm, man müsse auch hier endlich mit Sparen beginnen.

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