20.06.2013 14:04
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/lid
Graubünden
Bündner Regierung will keine Kürzungen zulasten der Berglandwirtschaft
Die Bündner Regierung kritisiert das Verordnungspaket des Bundes zur Agrarpolitik 2014/17: Darin seien Beitragsansätze festgelegt, die zu Einkommensverlusten in der Berglandwirtschaft führten. Beim Herdenschutz will die Regierung auch andere Massnahmen als Herdenschutzhunde einsetzen. Und die Kosten dürfen nicht über das Agrarbudget getragen werden.

Für die Bündner Regierung entspricht das Verordnungspaket zur Agrarpolitik 2014/17 nicht überall dem Willen des Gesetzgebers, der die Berglandwirtschaft stärken wollte. So seien in verschiedenen Verordnungen Beitragsansätze festgelegt, die zu Einkommensverlusten in der Berglandwirtschaft führten.

Die Bündner Regierung fordert deshalb den Bund auf, Kürzungen bei den Biodiversitätsbeiträgen rückgängig zu machen oder zu kompensieren. Kritisiert wird zudem die Absicht, nur ein Landschaftsqualitäts-Projekt pro Kanton zu initiieren. Der Kanton Graubünden brauche aufgrund seiner Grösse mehrere regionale Projekte, so die Bündner Regierung.

Mit dem Verordnungspaket zur Agrarpolitik 2014 bis 2017 hat der Bund auch eine Teilrevision der Jagdverordnung in die Anhörung gegeben. So sind Bestimmungen zum Herdenschutz vorgesehen, die mit Unterstützungsmassnahmen in der Landwirtschaft verknüpft sind. Beim Herdenschutz ist es das Ziel des Bundes, den durch das Auftreten von Grossraubtieren entstandenen Konflikt mit der Landwirtschaft zu verringern.

Die Bündner Landwirtschaft sei von den geplanten Änderungen direkt betroffen, schreibt die Bündner Regierung. Der Kanton unterstützt ausdrücklich griffige Massnahmen zum Schutz der Herden gegen Grossraubtiere. Die geplanten Änderungen würden allerdings nicht ausreichen, weil fast ausschliesslich auf den Schutz mit Herdenschutzhunden gesetzt werde. Alternative Schutzmassnahmen bei kleineren Herden mit Schutzzäunen, Lamas und Esel seien nicht in Betracht gezogen worden, kritisiert die Regierung.

Diese verlangt ausdrücklich, dass die Kosten für den Herdenschutz nicht über das Agrarbudget getragen werden. "Sämtliche Kosten, die aus der Präsenz von Grossraubtieren entstehen, sind über die Jagdgesetzgebung zu finanzieren", hält sie fest. 

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