12.08.2015 14:16
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Bern
BE: Volkswirtschaftsdirektor geht 2016
Der bernische Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher tritt auf Ende Juni 2016 zurück. Das teilte der Sozialdemokrat am Mittwoch nach der wöchentlichen Sitzung der Kantonsregierung mit.

Rickenbacher gehört seit 2006 dem Regierungsrat an. Nun suche er nach insgesamt 22 Jahren in der Politik eine neue berufliche Herausforderung in der Wirtschaft, sagte der Volkswirtschaftsdirektor vor den Medien. Es sei ihm wichtig, eine neue berufliche Etappe vor dem 50. Altersjahr in Angriff zu nehmen. «Der Entscheid, per Mitte Legislatur aus der Kantonsregierung auszuscheiden, ist in den letzten Monaten langsam gereift – definitiv entschieden habe ich mich in den Sommerferien gemeinsam mit meiner Familie», führte Rickenbacher am Mittwoch in Bern vor den Medien aus.

«Ich hatte zwei Optionen: Entweder trete ich Mitte Legislatur zurück oder stelle mich 2018 nicht mehr zur Widerwahl», betonte für die Landwirtschaft zuständige Regierungsrat. Rickenbacher trat sein Amt am 1. Juni 2006 im Alter von 38 Jahren an. Vor diesem Hintergrund sei immer klar gewesen, dass er nach der Regierungstätigkeit eine weitere berufliche Tätigkeit anstreben werde, so der Seeländer.

Er hoffe, mit seiner Ausbildung als Ökonom, der Führungserfahrung in der Privatwirtschaft und bei der öffentlichen Hand sowie seinem breiten Netzwerk die notwendigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche wirtschaftliche Tätigkeit mitzubringen. Ein konkretes Jobangebot besitze er aber nicht. Als Regierungsrat sei es schwer, sich umzuschauen. Er traue sich aber den Sprung ins kalte Wasser zu.

Der in Jens bei Biel wohnhafte Rickenbacher wird beim Rücktritt im kommenden Jahr 48 Jahre alt sein. Der Kanton liege ihm sehr am Herzen. "Dass der Bundesrat den Kanton Bern mit dem Netzwerkstandort Biel als eigenständigen Standort des Swiss Innovation Parks berücksichtigt hat, werte ich als meinen grössten Erfolg", so Rickenbacher. Die Ansiedlungen internationaler Firmen wie beispielsweise die CSL Behring in Lengnau, die 3M in Burgdorf respektive Langenthal sowie die Walgreens/Alliance Boots in Bern und die Gründung und den Aufbau der Greater Geneva Berne Area (GGBa) sowie des Vereins Hauptstadtregion Schweiz nennt er als weitere Meilensteine seiner Amtszeit. 

Im kommenden Jahr kommt es damit zu einer Ersatzwahl. In der siebenköpfigen Berner Regierung hat Rot-Grün bislang mit vier Sitzen die Mehrheit. Ein Machtwechsel ist also möglich, wenn sich in der Ersatzwahl ein bürgerlicher Kandidat durchsetzen sollte. Rickenbachers Partei zeigte sich in einem Communiqué entschlossen, den Sitz zu verteidigen. Das weitere Vorgehen will sie in den nächsten Wochen festlegen. Die SP würdigte Rickenbacher als Politiker, der während über zwei Jahrzehnten eine prägende Figur der bernischen Politik und der SP gewesen sei.

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