5.01.2016 10:54
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Jahresmedienkonferenz
Bauernverband macht Dampf für Initiative
Der Schweizer Bauernverband (SBV) hat an seiner Jahresmedienkonferenz in Zollikofen BE für seine Initiative für Ernährungssicherheit geworben. Es brauche die Initiative, denn die aktuelle Situation sei unbefriedigend.

Gleich drei junge Meisterlandwirte stellten am Inforama Rütti  ihre Betriebe vor. Dazu gehörten der Mutterkuhhalter und Energiewirt Nik Peterhans aus Niederrohrdorf AG, der Ziegenmilchproduzent Sébastien Berset aus Villargiroud FR, sowie die Schweinezüchterin Fabienne Wyder aus Büren an der Aare BE. «Ich musste den Betrieb mit hohen Schulden übernehmen. Ferien sind für uns fast nicht möglich», betonte die 31-jährige Wyder. Sie wünsche sich für die Zukunft faire Preise. «Das heisst für mich, dass wir zu kostendeckenden Preisen produzieren können», erklärte sie.

«Die jungen Landwirtinnen und Landwirte prägen die Landwirtschaft von morgen», betonte SBV-Präsident Markus Ritter in seinen Ausführungen. Die drei Betriebsleiter würden exemplarisch zeigen, dass die Schweizer Landwirtschaft noch vielfältiger werde, als sie heute schon sei.  Die jungen Berufsleute würden sich in erster Linie als Produzenten von gesunden, nachhaltig erzeugten Lebensmitteln sehen. «Sie erachten ihren Beruf als sinnvolle Arbeit und die Versorgung der Bevölkerung als ihre Aufgabe», fügt er an. Aus diesen Gründen habe der SBV vor eineinhalb Jahren mit fast 150000 Unterschriften die Initiative für Ernährungssicherheit eingereicht. «Es braucht diese Initiative, denn die aktuelle Situation ist unbefriedigend, für mich sogar besorgniserrregend», so Ritter.

Denn den Landwirten fehle eine langfristige Perspektive und entsprechend oft auch die Hofnachfolge. Namentlich erwähnte er die aktuell hohe Milchmenge: «Die Produzentenpreise sind bei der Milch im Moment so tief, dass alle Milchbauern versuchen, mit Mehrmenge und Skaleneffekte die Verluste abzufangen.»

Hans Hofer vom Inforama Rütti, der  als Hausherr sprach, betonte die Bedeutung der Berufsbildung: «Die Zahl von Abschlüssen reicht beim aktuellen Strukturwandel nicht aus, um genügend ausgebildete Betriebsnachfolgerinnen und -nachfolger zu finden.» Es brauche mehr junge Leute mit unternehmerischen Kompetenzen wie Innovationsfähigkeit, Risikobereitschaft, betriebswirtschaftlichem Durch blick und dazu als Grundvoraussetzung die Fähigkeit des Produzierens.

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