2.05.2017 10:37
Quelle: schweizerbauer.ch - Barbara Schwarzwald
Bern
Bauern gegen neue Strasse
Mitte April haben Bauern und Umweltschützer Medienvertreter und Interessierte in das Bützbergtäli bei Bützberg BE geladen. Beim vorgesehenen Kreisel «Anschluss Industrie Aarwangen» zeigten sie den geplanten Strassenverlauf der neuen Strasse durch bestes Kulturland und das Smaragdgebiet. Mit Video

«Wollen Sie den Projektierungskredit für die Verkehrssanierung Aarwangen–Langenthal Nord annehmen?», lautet der Abstimmungstext auf dem Stimmzettel für die kantonale Volksabstimmung von 21. Mai.

Mogelpackung

«Nein zur Mogelpackung Verkehrssanierung Aarwangen» sagen aber die Gegner der neuen Strasse. In kleinem Kreis trafen sie sich deshalb am 19. April 2017 im Bützbergtäli in Bützberg beim geplanten Kreisel «Anschluss Industrie Aarwangen» zur Besichtigung des für die Umfahrung vorgesehenen Kulturlandes. Fredy Lindegger, lokaler Kampagnenleiter, VCS-Mitglied und Grünen-Politiker, nahm eingangs Stellung zur «Mogelpackung» und «Luxusstrasse».

«Was geplant ist, ist nichts anderes als eine Umfahrungsstrasse, die am Schluss die Verkehrskapazität verdoppeln wird», ist er überzeugt. Wieso der Vorwurf «Luxusstrasse»? Im Vorprojekt sind zwei Varianten gleichberechtigt geplant worden, nebst der Umfahrung, die Kosten von rund 140 Mio. Franken generieren wird, eine Sanierung der Ortsdurchfahrt Aarwangen (Variante Null+) nach dem Berner Modell, die sich auf 45 Mio. Franken belaufen würde.

80 Prozent für Umfahrung

Der Kanton hat 2015 beide Varianten bewerten lassen. Das Fazit lautete: Die Variante Null+ zeigt per Saldo einen grösseren Nutzen als die Variante Umfahrung. Der Regierungsrat mit der zuständigen Verkehrsdirektorin Barbara Egger (SP) und der Grosse Rat haben dennoch auf die Variante Umfahrung gesetzt. Ausschlaggebend sei das Resultat der öffentlichen Mitwirkung gewesen. Über 80 Prozent der Eingaben von Verbänden, Parteien und Privaten im Oberaargau waren laut der Zeitung «Bund» für die Umfahrung.

Auf einer Länge von 1,5 Kilometern und einer Fläche von 4,5 Fussballfeldern würde schönstes Kulturland im Bützbergtäli wegen der Umfahrungsstrasse für immer verlorengehen – eine Oase der Ruhe für Tiere, Naturliebhaber und Erholungssuchende. Mit einem überparteilichen Komitee habe er Varianten ausgearbeitet, die besser geeignet und der Langenthaler Industrie ebenfalls dienlich wären, äusserte sich der betroffene Landwirt Samuel Jenzer, Bützberg.

Das Projekt sei ganz einfach noch zu wenig durchdacht. «Die für Burgdorf gewählte Lösung Null+ zeigt eine Alternative zu einer teuren Umfahrung durch bestes Kulturland. Ein guter Kompromiss als massvolle Lösung für die Verkehrsprobleme», so der Burgdorfer EVP-Grossrat Martin Aeschlimann zur gleichen Problematik im Emmental. Also, nochmals über die Bücher. Der Einsatz lohnt sich alleweil.

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