3.05.2017 15:29
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
Bauern für neue Strasse
Am 21. Mai werden die Stimmberechtigen des Kantons Bern über die Verkehrssanierung Aarwangen zu befinden haben. Damit soll das Dorf einerseits vom Durchgangsverkehr entlastet werden und andererseits der Wirtschaftsstandort Langenthal gestärkt werden.

Die Verkehrssanierung Aarwangen BE sorgt im Oberaargau für rege Diskussionen. Gegner und Befürworter führen ihre Argumente ins Feld. Bauern im Ja-Komitee betonen, dass der Landverbrauch mit dem Projekt minimiert wurde.

3.6 Kilometer

Das Projekt sieht den Bau einer 3,6 Kilometer langen Umfahrungsstrasse vor und kostet rund 136 Millionen Franken. Die bernischen Stimmberechtigten entscheiden am 21. Mai über einen Projektierungskredit von 6,6 Millionen Franken für die Verkehrssanierung Aarwangen-Langenthal Nord.

Die Zustimmung für das Projekt ist gross. Die betroffene Bevölkerung hat bei der öffentlichen Mitwirkung mit 83 Prozent zugestimmt. Das Ja-Komitee umfasst Politiker der Parteien SVP, FDP, BDP, EDU, EVP und SP Oberaargau. Sechs Regierungsräte und Bundesrat Johann Schneider-Ammann befürworten das Projekt. Neben Landwirt und Nationalrat Andreas Aebi (SVP) sowie den Oberaargauern Samuel Leuenberger und Käthi Wälchli stehen auch weitere Landwirte hinter der Umfahrungsstrasse.

«Geschickte Linienführung»

Die Grüne Partei und der VCS haben das Referendum ergriffen. Auch einige Bauern sind gegen das Projekt. Auf einer Länge von 1,5 Kilometern und einer Fläche von 4,5 Fussballfeldern würde schönstes Kulturland im Bützbergtäli wegen der Umfahrungsstrasse für immer verlorengehen, kritisiert Landwirt Samuel Jenzer aus Bützberg BE gegenüber schweizerbauer.ch.

Landwirt und Nationalrat Andreas Aebi (SVP) entgegnet, dass man den Kulturlandschutz beim Projekt sehr hoch gewichtet habe. «Für mich als Landwirt ist es zentral, dass bei dieser Lösung der Verbrauch an Kulturland dank geschickter Linienführung der Strasse und der geplanten Renaturierungen minimiert wird», führt er aus. Eine Studie des Kantons bestätige die Umweltverträglichkeit, auch im Smaragdgebiet. «Dieses kann weiterhin landwirtschaftlich und als Naherholungsgebiet genutzt werden» so Andreas Aebi.

Das Ja-Komitee weist zudem darauf hin, dass das Smaragdgebiet entgegen der Aussagen der Gegner kein Naturschutzgebiet sei. Mitten im drin liege die Stadt Langenthal. Zudem führten wichtige Strassen und Eisenbahnlinien durch das Gebiet.

Hohe Verkehrsbelastung


Andreas Aebi hebt auch auf die wirtschaftliche Bedeutung hervor. Die Verkehrssanierung Aarwangen sei nicht nur ein regionales Projekt. «Es ist ein wichtiges Bauvorhaben, von dem der ganze Kanton Bern profitiert», so Aebi weiter. Der Oberaargau könne sich wirtschaftlich weiterentwickeln. Das sei zwingend und dringend und stärke auch den Kanton Bern, so Aebi.

Das Ja-Komitee kritisiert, dass der VCS «einmal mehr mit einem Referendum und fadenscheinigen Argumenten ein breit abgestütztes Projekt in letzter Minute zu verhindern versuche». Die Einwohner von Aarwangen sind massiv vom Durchgangsverkehr betroffen. Täglich passieren 16'000 Fahrzeuge das Dorf, darunter 2'500 Lastwagen. In den vergangenen fünf Jahren kam es zu 91 Unfällen. «Nur dank viel Glück und dem Engagement der Mütter sind keine Todesopfer zu beklagen», betont das Ja-Komitee.

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