3.06.2018 12:40
Quelle: schweizerbauer.ch - hal
AgroCleanTech
Bauern erhalten Fördergelder
Landwirte profitieren von Fördergeldern im Bereich Energieeffizienz. Der Verein Agrocleantech will die Landwirtschaft nicht nur energieeffizienter sondern auch klimafreundlicher und somit fit für die Zukunft machen.

«Energiethemen sind wichtig und Klimathemen werden wichtiger.» Martin Rufer, Präsident von Agrocleantech, brachte an der 4. Mitgliederversammlung des Vereins in Noréaz FR zum Ausdruck, an welchen Themen die Landwirte in Zukunft nicht darum herumkommen.

Der Bund gab Ziele vor: Beim Klimaschutz werden von der Landwirtschaft gemäss Klimastrategie 30 Prozent weniger Treibhausgase gefordert. «Die Landwirtschaft hat zum ersten Mal ein verbindliches Reduktionsziel», sagte Rufer. Selber aktiv werden, bevor man durch «unfreiwillige» Vorgaben dazu gedrängt wird – Das wird den Landwirten geraten. Agrocleantech unterstützt Landwirte, welche Eigenverantwortung übernehmen.

Beiträge für Ferkelnester

Agrocleantech engagiert sich in den Bereichen Energieeffizenz, Klimaschutz und erneuerbare Energien. Davon soll die  Landwirtschaft profitieren können. Geschäftsführer Simon Gisler sagte im Anschluss der Versammlung: «Wir versuchen, diese Themen gewinnbringend für die Landwirtschaft voranzutreiben.»

Für den Landwirten wird es interessant, wenn Agrocleantech  finanzielle Unterstützung über Fördergelder erschliesst. Diese Gelder gibt es mittlerweile für Massnahmen im Milchvieh- und Schweinehaltungsbereich. Seit einem halben Jahr gibt es Förderbeiträge von bis zu 25 % der  Investitionen für energieeffiziente Ferkelnester. Der Stromverbrauch lässt sich mit dieser Massnahme um bis zu 70 Prozent reduzieren.

Klimaschutz als Chance

Agrocleantech setzte für 2018 den Schwerpunkt auf Klimaschutz. Es sei die Aufgabe des Vereins, für die Landwirtschaft praktikable und umsetzbare Massnahmen zu entwickeln. Zuerst gehe es darum abzuklären, wie die Schweizer Landwirtschaft, ohne dass Direktzahlungen umverteilt werden, klimafreundlicher wird. Vieles ist also noch offen. Für Rufer ist allerdings klar: «Die vom Klimawandel direkt betroffene Landwirtschaft hat ein Interesse daran, dass es im Bereich Klimaschutz vorwärts geht.»

Aktiver Landwirt


Simon Schmitter, der in Noréaz FR einen Milchwirtschaftbetrieb  führt, konnte dank seinem Melkroboter, der mit der Energieeffizienz-Massnahme Frequenzumformer ausgestattet wurde, seine Stromkosten senken. Schmitter, dessen Betrieb im Anschluss an die Versammlung besichtigt wurde, setzt auf erneuerbare Energie.

Neben der Photovoltaikanlage setzt  er pro Tag mit seiner Biogasanlage rund 70 Tonnen Gülle und Mist um. 30 Prozent dieser Menge wird von Nachbarbetrieben via Bodenleitung zur Anlage und wieder zurück aufs Feld geführt. Schmitter leistet auf seinem vielfältigen Betrieb einen Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie und zur Erreichung der Klimaschutzziele der Schweiz.

Simon Gisler erklärt im Videointerview auf www.schweizerbauer.ch,  an welchen Förderprogrammen der Landwirt teilnehmen kann und wie dafür ein Gesuch gestellt   werden kann. Zudem finden Sie Bilder vom Betrieb Schmitter.

Neue Mitglieder

Agrocleantech hat heute 52 Mitglieder. Rufer bezeichnete die breite Mitgliederabstützung als einmalig. So sind landwirtschaftliche Organisationen, kantonale Institutionen und Institutionen aus dem Bereich der Bildung, Beratung, Forschung sowie zahlreiche Unternehmen im Verein vertreten. Zu den neuen Mitgliedern zählen unter anderem der Maschinenring Schweiz, die Krieger AG, GLB Emmenmatt, Globogal, Soltermann Solar GmbH und die Arnold & Partner AG.

Der Verein Agrocleantech wird präsidiert von Martin Rufer vom Schweizer Bauernverband. Philippe Droz von der Agridea ist Vizepräsident. Die weiteren Vorstandsmitglieder sind Anita Schwegler, Fenaco; Sylvain Boéchat, SAVI Kanton Waadt; Thomas Anken, Agroscope; Stefan Heller, Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband; Stefan Mutzner, Ökostrom Schweiz; Hans-Christian Angele, Verband der Schweizerischen Gasindustrie (VSG) und Frédéric Ménétrey, Freiburger Bauernverband.