4.04.2018 18:38
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Bern
Arbeitskräfte-Suche aufwendiger
Erntehelfer einzustellen, wird für Bauern künftig aufwendiger – als Folge der Masseneinwanderungs-Initiative. Für den Berner Bauernverband ist das nicht nur negativ.

Ab 1. Juli 2018 wird für die Bauern das Rekrutieren von Arbeitskräften aufwendiger. Grund dafür: An diesem Datum treten die Regelungen in Kraft, welche auf die Masseneinwanderungs-Initiative zurückgehen, welche die Stimmbevölkerung im Jahr 2014 angenommen hatte.

Offene Stellen für Erntehelfer meldepflichtig

Der Berner Bauernverband (BEBV) hat an seiner Mitgliederversammlung von Mittwoch in Thun die Landwirte informiert, was ab Mitte Jahr auf sie zukommen wird. Der Verband geht aber davon aus, dass offene Stellen für Hilfskräfte wie Erntehelfer neu meldepflichtig sein werden. Konkret bedeutet das: Bauern dürfen solche Stellen nicht einfach wie bis anhin ausschreiben und jemanden anstellen. Stattdessen müssen sie kantonale Institutionen informieren und ihnen Zeit einräumen, um nach geeigneten Personen im Inland Ausschau zu halten.

Bauern müssten deswegen in Zukunft mehr Zeit für das Besetzen einer Stelle vorsehen, mahnte BEBV-Geschäftsführer Andreas Wyss. Es sei mit Mehrkosten und einem höheren administrativen Aufwand zu rechnen. Wyss sieht aber auch positive Punkte: Derzeit sei es schwierig, ausländische Arbeitskräfte zu rekrutieren, weil die Wirtschaft in der EU brumme. Deshalb sei es sinnvoll, wenn das Potenzial an Schweizer Arbeitskräften ausgeschöpft werde, sagte Wyss. Das Projekt sei eine Chance. Der Mehraufwand müsse für die Bauernfamilien aber so gering wie möglich sein, forderte Wyss. Die BEBV hat auf seiner Webseite detaillierte Informationen zur Stellenmeldepflicht aufgeschaltet.

Neue Mitglieder gewinnen

Die statutarischen Geschäfte der Mitgliederversammlung gingen reibungslos über die Bühne. Die Jahresrechnung 2017 schliesst mit einem Minus von knapp 67'000 Franken ab. Der Verlust sei verkraftbar, betonte Geschäftsführer Andreas Wyss, zumal im Vorjahr der Verkauf von Aktien am Milchverarbeiter Cremo einen grösseren Betrag in die Kasse gespült hat. Dennoch lebt der Berner Bauernverband derzeit von den Reserven. Ziel sei es, mittelfristig selbsttragend zu sein, so Wyss. Der Bauernverband will künftig neue Mitglieder gewinnen, ein jährliches Wachstum von 2 Prozent ist das Ziel. Derzeit sind lediglich rund 70 Prozent der Berner Bauern Mitglied des Bauernverbands.

Selbstverantwortung übernehmen

Christian Hofer, seit Anfang Februar 2018 Chef des Amts für Landwirtschaft und Natur, überbrachte das Grusswort. Ob Anzahl Betriebe, Tierzahlen oder landwirtschaftliche Nutzfläche: Die Berner Landwirtschaft sei ein grosser Player im nationalen Vergleich und aufgrund ihrer Vielfältigkeit ein Abbild der Schweizer Landwirtschaft. Das sei einerseits eine Stärke, andererseits auch eine Herausforderung, etwa im Vollzug.

Hofer rief die Bauern dazu auf, das zu produzieren, was der Markt verlange. Vom Staat könne man nicht erwarten, dass er alle Probleme der Landwirtschaft löse. Weiter betonte Hofer, dass die Landwirtschaft nur mit Qualität bei den Konsumenten punkten könne. Der Amtschef kündigte an, weitere Projekte wie die Bio-Offensive oder das Pflanzenschutzprojekt zu lancieren. Potenzial sieht er unter anderem bei der Optimierung regionaler Wertschöpfungsketten


Annegret Hebeisen-Christen wurde anstelle von Daniel Lehmann in den Kleinen Vorstand gewählt. Zum Fachkommissionspräsident Bildung & Beratung wurde Fred Grunder gewählt. Er ersetzt den abtretenden Thomas Steffen auch als Schulratspräsident vom Inforama. Ronny Köhli wurde zum Präsident der Junglandwirtekommission und Karin Niederhauser in den Grossen Vorstand gewählt.

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