10.09.2018 14:25
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Personen
Alt-BLW-Direktor Bötsch pensioniert
Manfred Bötsch wurde Ende Juli pensioniert. In den vergangenen Jahren war der Agronom und Jurist in verschiedenen Führungsfunktionen bei der Migros tätig. Während elf Jahren war er Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW).

Am 1. Dezember 2011 übernahm Bötsch die Führung des Geschäftsbereiches Unternehmensentwicklung bei der Migros-Tochter Micarna. In den folgenden Jahren habe er die Nachhaltigkeitsstrategie von Micarna und der M-Industrie aufgebaut und zahlreiche Projekte realisiert, teilt die Micarna am Montag mit.

Zwischen 2013 und 2017 war der 64-Jährige zudem in einem Doppelmandat Leiter der Direktion Nachhaltigkeit und Qualitätsmanagement des Migros-Genossenschafts-Bunds (MGB). «Die letzten Jahre waren eine spannende, aber auch intensive Zeit. Ich durfte bei Micarna und dem MGB zahlreiche Projekte mitgestalten. Nun freu’ ich mich auf etwas ruhigere Zeiten, auch wenn es mir nicht an spannenden Projekten mangeln wird», lässt sich Manfred Bötsch im Communiqué zitieren.  Der ETH-Agronom und Jurist bleibt der Micarna als externer Projektleiter bei der Umsetzung von Teilprojekten erhalten.

Von 1995 bis 2000 sass der Ostschweizer in der Geschäftsleitung des Bundesamts für Landwirtschaft. Während zwei Jahren leitete er die Hauptabteilung Direktzahlungen und Strukturen. Im April 1997 wurde Bötsch Vizedirektor und Chef der Hauptabteilung Produktion und Internationales. Im Jahr 2000 stieg er zum Direktor auf. Den Posten hatte er bis 2011 inne. Unter der Führung von Bötsch wurden die Reformetappen Agrarpolitik 2007 und AP 2011 vorbereitet und umgesetzt. Auch der Agrarfreihandel mit der EU war eines der Ziele des Thurgauers. Eines der letzten grossen Projekte, das Bötsch auf den Weg brachte, war die Agrarpolitik 2014–2017. 

Der Schweizer Bauernverband lobte Bötsch nach dem Rücktritt als BLW-Direktor für seine Verdienste betreffend der Finanzierung der agrarpolitischen Massnahmen. Auch habe er sich für eine zukunftsorientierte Absatzförderung sowie für mehr Transparenz bei den Margen über die gesamte Wertschöpfungskette eingesetzt. «Seine forsche Gangart bezüglich Liberalisierung, insbesondere bei der Milch, sowie für mehr Grenzöffnung bereitete der Landwirtschaft hingegen Mühe», schrieb der Bauernverband im Oktober 2010.

Die Agrarallianz, ein Zusammenschluss, von Bauern-, Konsumenten-, Tierschutz- und Naturschutzverbänden, bedauerte den Rücktritt von Bötsch. Er habe mit der Weiterentwicklung des Direktzahlungssystems und mit der Qualitätsstrategie oder mit der neuen Strategie 2025 offensiv auf künftige Herausforderungen reagiert. So seien wichtige Anliegen der Agrarallianz aufgenommen worden.

Nach Abschluss der landwirtschaftlichen Fachschule in Marcelin (Waadt) und einem Praktikum in Kanada studierte Bötsch Agrarwirtschaft an der ETH Zürich und erwarb an der Hochschule St. Gallen ein juristisches Lizenziat. Zwischen den beiden Studien arbeitete der Thurgauer beim Zentralverband Schweizerischer Milchproduzenten. Von 1984 bis 1988 war er selbständiger Landwirt. Bevor er die Arbeit im BLW aufnahm, war Bötsch zudem für den Bauernverband tätig. Dort leitete er den Bereich Internationale Beziehungen.

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