13.01.2020 11:40
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Jagd
65'000 gegen «Wolfsabschussgesetz»
Das Volk kann entscheiden, ob der Schutz des Wolfes gelockert werden soll. Naturschutzorganisationen haben am Montag 65'000 beglaubigte Unterschriften für ein Referendum bei der Bundeskanzlei eingereicht.

Insgesamt seien sogar 100'000 Unterschriften eingegangen, heisst es in einer Mitteilung. «Der Schweizer Bevölkerung liegt der Artenschutz am Herzen».

Der Schutz der Wölfe und anderer Arten soll gemäss Parlamentsmehrheit in der Schweiz mit dem revidierten Jagdgesetz gelockert werden. Die Lockerung des Schutzes soll sogar stärker werden, als der Bundesrat vorgeschlagen hatte. Künftig sollen die Behörden die Bestandesregulierung erlauben dürfen, ohne dass Wölfe Schaden angerichtet haben und ohne dass zuvor Schutzmassnahmen ergriffen werden müssen. Auch in Jagdbanngebieten - neu Wildtierschutzgebiete genannt - sollen Wölfe nicht sicher sein.

Diese Lockerung diene in einer Zeit von Biodiversitätsverlust und Artensterben einseitig Interessengruppen und schwäche den Schutz gefährdeter Tierarten statt ihn zu stärken, so das Referendumskomitee. Für die Gegner des Jagdgesetzes hat das Parlament ein «Wolfsabschussgesetz» beschlossen, das bald auch andere Tierarten als Wölfe oder Steinböcke betreffen könne. Der Bundesrat könnte auch weitere geschützte Arten zur Bestandesregulierung freigeben, darunter Biber, Luchs oder Höckerschwan.

Zum Referendumskomitee gehören Pro Natura, WWF Schweiz, BirdLife Schweiz, die Gruppe Wolf Schweiz sowie zooschweiz. SP und Grüne bekämpfen das Gesetz ebenfalls. Die Gegner haben auch Zweifel, dass das Gesetz mit internationalem Recht vereinbar ist.

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