18.11.2016 08:10
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Bauernverband
10 Sätze aus Ritters grosser Rede
An der Delegiertenversammlung des Schweizer Bauernverbandes (SBV) hielt Präsident eine flammende Rede zur aktuellen Situation. Wir nennen ihnen 10 der herausragendsten Sätze aus Ritters Rede.

Es ist Tradition, dass der Präsident des Schweizer Bauernverbandes zur Eröffnung der Delegiertenversammlung eine umfassende Rede zur Lage der Landwirtschaft hält. Schon Hansjörg Walter pflegte weit auszuholen. Am Donnerstag war es Markus Ritter, der einen weiten Bogen schlug vom Bundesrat über die Baulandbesteuerung hin zu den AgriSkills. Der «Schweizer Bauer» nennt hier die wichtigsten 10 Sätze aus seiner Rede.

1. Wenn ich mich an das mehrminütige Mahngeläute der zigtausend Glocken und «Trychle» erinnere, stellt es mir heute noch die Nackenhaare zu Berge.
Ritter bezog sich auf die grosse Bauernkundgebung am 27. November 2015. Sie habe bei politischen Entscheidungen mitgewirkt (u.a. keine Kürzung der Direktzahlungen im Jahr 2016).

2.  Mein Vertrauen in den Bundesrat hat in den letzten Jahren gelitten, das muss ich Ihnen sagen.
Das ist die Konsequenz davon, dass der Bundesrat «bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten ungerechtfertigte Kürzungen» (so Ritter) bei der Landwirtschaft vorschlägt. Im Bundesrat hätten ja SVP (2), CVP (1) und FDP mit Agrarminister Johann Schneider-Ammann eine Mehrheit.


3. Vorleistungen sind in der Schweiz gut 30 Prozent teurer als in den umliegenden Ländern.
Ritter hat schon an der Diplomfeier der Meisterlandwirte öffentlich davor gewarnt, grosse Traktoren zu kaufen. Es sei wichtig, finanziellen Spielraum zu haben. Für die Vorleistungen hat Ritter schon im SBV-Vorstand mit Pierre-André Geiser, dem Fenaco-Präsidenten, einen Ansprechpartner. 

4. Auch die vom Bundesrat prophezeite positive Wirkung der Agrarpolitik 14-17 auf die Produzentenpreise blieb bis jetzt aus – im Gegenteil. Ritter erinnert hier daran, dass Agroscope, BLW, Bundesrat und mit ihnen die Agrarallianz behaupteten, die Abschaffung der Tierbeiträge würde höhere Preise auch für Milch bedeuten. Damit lagen sie falsch (wie auch bei den Pachtzinsen, die laut den Beamten mit der neuen AP hätten sinken sollen).

5.   Wenn wir den Konsumentinnen und Konsumenten vermehrt aufzeigen können, was in den Lebensmitteln steckt, sinkt die Austauschbarkeit der Rohstoffe.
Ritter will die Herkunft der Rohstoffe in den Lebensmitteln besser deklarieren. Denn diese sei für die Konsumenten wichtig. Und das Profil sei weiter zu schärfen: Nebst Gentech-Verzicht kämen auch Stichworte wie Tierwohl und Ökologie dazu.

6. Zurzeit wird die Schweizer Landwirtschaft mit Vorschlägen zur Risiko- oder Mengenreduktion von Pflanzenschutzmitteln nur so überschüttet.
Laut Ritter brauchen gute Lösungen Zeit und eine wissenschaftliche Grundlage.

7. Ich bin mehr als davon überzeugt, dass – nicht zuletzt auch mit unserer Initiative – das Thema Ernährungssicherheit von Jahr zu Jahr an Bedeutung gewinnt.
Ritter strich heraus, dass zuerst der Bundesrat, dann der Nationalrat und dann auch die Wirtschaftskommission des Nationalrates den Handlungsbedarf in Sachen Ernährungssicherheit auf Stufe Verfassung anerkannt habe.

8. Landwirte bezahlen aktuell dreimal mehr Steuern und Abgaben auf den gleichen Wertzuwachsgewinn bei landwirtschaftlichen Grundstücken.
Ritter beklagte sich, die Medien hätten einseitig über die Baulandbesteuerung berichtet. Die Bauern hätten da überhaupt kein Privileg, das Gegenteil sei der Fall. Die Sache komme nun zurück in den Nationalrat und der SBV müsse klug vorgehen, um eine tragbare Lösung zu finden.

9. Die Agriskills waren beste Werbung für unseren Beruf!
Anfang September fanden die erste eigene Berufsmeisterschaft für das Berufsfeld Landwirtschaft statt. Die Schweizer Meister in den Kategorien Landwirt, Winzer und Weintechnologe wurden an der SBV-DV geehrt. Übrigens haben alle drei Sieger diesen Beruf als zweite Ausbildung gewählt.

10. Die Landwirtschaft ist nach wie vor eine sehr schlagkräftige Branche – sofern Bäuerinnen und Bauern zusammen stehen und gemeinsam agieren.
Das war das Schlusswort von Ritter. Denn Besinnung auf die gemeinsamen Grund-Interessen und  Geschlossenheit im Engagement sei die Basis des Erfolgs des Bauernverbandes.

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