16.09.2020 06:01
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Trockenheit verdrängt Buchen
In einer Studie haben Forschende um Lorenz Walthert von der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) entschlüsselt, wie Buchen auf Trockenheit reagieren. Demnach dürften Buchen auf Böden, die nur wenig Wasser speichern können und schnell austrocknen, vermehrt verdorren, wie die WSL am Dienstag mitteilte.

Der Trockensommer 2018 hat den Schweizer Buchen besonders zugesetzt. So verfärbten sich die Blätter vieler Buchen in einigen Regionen bereits im Juli statt im Oktober. Die Forschenden untersuchten in insgesamt neun Wälder zwischen 550 und 850 Metern über Meer, wieso die Bäume an manchen Orten ihr Kleid vorzeitig wechselten, in anderen aber nicht.

Demnach hing der Trockenstress in Buchen nicht allein vom aktuellen Niederschlag ab, wie die Forschenden im Fachmagazin «Science of The Total Environment» berichten. Viel mehr spielten die Wasserreserven im Boden und die Tiefe des Wurzelwerks eine wichtige Rolle. Die gestressten Bäume drosselten die Verdunstung über ihre Blätter, stoppten ihr Stammwachstum und die Blätter verfärbten sich frühzeitig oder fielen ganz ab.

Die Ergebnisse der Studien legen nahe, dass die Buche mit wärmerem Klima an trockeneren Standorten allmählich durch Baumarten abgelöst wird, die Trockenheit besser ertragen. «Die künftige Buchenverbreitung kann schweiz- und europaweit durch Modelle vorausgesagt werden. Dank unseren Erkenntnissen können diese künftig präzisere Voraussagen machen», sagte Walthert gemäss der Mitteilung.

Eine frühere Studie der WSL zeigte bereits, das Buchen ihre «Nüsschen» im 2018 vorzeitig abwarfen. Auch das deute darauf hin, dass die Bäume für heisse und trockene Sommer nicht sehr gut gerüstet seien.

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