29.04.2018 09:40
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Schädlinge bedrohen Waldbestand
Wissenschaftler der Universität Wien haben das Schadenspotential eingeschleppter Baumschädlinge untersucht und dabei die fünf grössten Bedrohungen herausgestellt.

 Laut den von Prof. Rupert Seidl und Prof. Stefan Dullinger in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlichten Ergebnissen könnte unter den gegenwärtigen klimatischen Bedingungen fast der gesamte europäische Kontinent von mindestens einer der fünf untersuchten Schädlingsarten befallen werden.

Die grösste potentielle Verbreitung schreiben die Wissenschaftler dem Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) zu, gefolgt vom Kiefernholznematoden (Bursaphelenchus xylophilus) und Phytophthora ramorum, die für den sogenannten plötzlichen Eichentod verantwortlich sind. Die weiteren potentiell stark gefährlichen Schädlinge sind der vor allem an Rotbuchen auftretende Erreger Phytophthora kernoviae und der an europäischen Kiefern gefährliche Schadpilz Fusarium circinatum.

Die Forscher untersuchten das mögliche Ausbreitungsverhalten der Schädlinge auch in Abhängigkeit zu möglichen klimatischen Veränderungen. In einem mittleren Erwärmungsszenario könnten sie demnach bis zu 10% der europäischen Baumbiomasse befallen und die Kohlenstoffspeicherung in europäischen Wäldern um bis zu 400 Mio t reduzieren.

Bliebe das Klima in etwa auf dem heutigen Stand, würde sich der in der Biomasse gespeicherte Kohlenstoff bei der maximal möglichen Ausbreitung der Schädlinge immerhin um mehr als 300Mio t reduzieren. Angesichts der möglichen Auswirkungen mahnten Seidl und Dullinger weiterhin strenge präventive Massnahmen und ein gezieltes Schädlingsmanagement an und sprachen sich für eine Vertiefung der Forschung zu dem Thema aus.


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