31.05.2017 18:24
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Innerschweiz
Innerschweiz: Neues Waldreservat
Die Nachbarkantone Luzern und Obwalden haben im Gebiet Glaubenberg in Zusammenarbeit mit dem Bund ein neues Naturwaldreservat realisiert. In diesem soll sich der Wald auf 823 Hektaren weitgehend ohne menschliche Eingriffe entwickeln.

Das neue Naturwaldreservat ist etwa so gross wie der Sarnersee und damit eines der grössten in der Zentralschweiz, wie die Kantone Luzern und Obwalden am Mittwoch mitteilten. Das Reservat «Glaubenberg-Fürstein» befindet sich auf dem Areal des Schiessplatzes Glaubenberg und befindet sich im Grenzgebiet der Gemeinden Entlebuch LU und Sarnen OW.

Für Besucher frei zugänglich

In dem Schutzraum finden sich seltene Moor- und Waldgesellschaften, Tiere und Pflanzen. Im Torfmoos-Bergföhrenwald kommen bedrohte Arten wie Raufusshühner oder eine äusserst seltene Flechtenart vor. Mit der Realisierung des Waldreservats könne der einzigartige Lebensraum langfristig geschützt werden, heisst es in der Mitteilung. Natürliche Prozesse wie Zerfall und Wachstum könnten uneingeschränkt ablaufen.

Um Störungen zu vermeiden, gilt auf der Obwaldner Seite seit sieben Jahren eine Wildruhezone. Diese beschränkt die Zugänglichkeit zwischen dem 1. Dezember und 15. Juli. Ansonsten bleibt das Reservatsgebiet für Besucher frei zugänglich.

Vertrag über 50 Jahre

Das gesamte Reservat befindet sich auf dem Areal des Schiessplatzes Glaubenberg. Das Gebiet ist im Eigentum des Bundes. Der Vertrag für das Naturwaldreservat wurde mit den Kantonen Luzern und Obwalden auf eine Dauer von 50 Jahre abgeschlossen. Damit sich der Wald möglichst natürlich entwickeln kann, wird künftig auf die forstliche Nutzung verzichtet, wie es in der Mitteilung heisst. Massnahmen seien nur in Ausnahmefällen vorgesehen, etwa zu Gunsten bestimmter Arten oder besonderer Lebensräume.

Die Realisierung von Waldreservaten ist Teil der Waldpolitik 2020 des Bundes. Diese hat zum Ziel, zehn Prozent des Schweizer Waldes als Reservate auszuscheiden. Von den 40'000 Hektaren Luzerner Wald sind heute fünf Prozent als Waldreservate vertraglich gesichert. In Obwalden sind es neun Prozent von insgesamt 20'000 Hektaren. Mit dem neuen Reservat erreicht Obwalden das Bundesziel nahezu.

Schwierigkeiten bei der Schaffung von Waldreservaten bilden die unterschiedlichen Eigentumsverhältnisse und Interessen. Im Kanton Luzern besteht die Waldfläche aus stark parzellierten und kleinflächigen Privatgrundstücken. In Obwalden hingegen gehört knapp 87 Prozent des Waldes öffentlich-rechtlichen Körperschaften.

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