26.08.2013 16:58
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Graubünden
Gefährlicher Pilz: Tausende Föhren werden vernichtet
Zum ersten Mal ist in der Schweiz die Rotbandkrankheit in einem Wald entdeckt worden. Betroffen von der gefährlichen Pilzkrankheit sind Waldföhren auf einem Gebiet von zwei Hektaren beim Autobahnanschluss der A13 in Thusis Süd im bündnerischen Domleschg.

Im betroffenen Gebiet müssen mehreren tausend Föhren entfernt werden. Es handelt es sich vorwiegend um junge, kleine Bäume. Die Rotbandkrankheit wird in der Pflanzenschutzverordnung als besonders gefährlicher Schadorganismus geführt, wie das Bündner Amt für Wald und Naturgefahren am Montag mitteilte. Für solche Krankheiten besteht eine Meldeplficht. Der Kanton kann den Eigentümer respektive den Bewirtschafter der Parzelle zur Entfernung der vom Pilz betroffen Bäume verpflichten.

Sind Föhren davon befallen, sterben sie innert weniger Jahre ab, was zu massiven Ausfällen führen kann, wie die Bündner Behörden schreiben. Entdeckt im Domleschg wurde die Rotbandkrankheit diesen Frühsommer von Spezialisten des Eidg. Pflanzenschutzdienstes und der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft zusammen mit Vertretern des Bündner Forstdienstes. Die Rotbandkrankheit wird durch den Pilz Scirrhia pini verursacht. 

Der Pilz stammt vermutlich aus Mittelamerika und wurde in der Schweiz 1989 festgestellt. Krank von diesem Pilz wurden bisher vor allem Föhren in Baumschulen, Parks und auf Friedhöfen. Der Fall im Domleschg bei Thusis ist schweizweit der erste, bei dem die Krankheit frei im Wald aufgetreten ist. 

Rotbandkrankheit

Die Rotbandkrankheit ist eine Pilzkrankheit, die starke Nadelschütte von älteren Nadeljahrgängen bewirkt. Bei intensivem Befall werden auch diesjährige Nadeln vom Pilz geschädigt. Die Nadelschütte beginnt in Bodennähe und breitet sich dann sukzessive Richtung Baumspitze aus. In schweren Fällen sind nur noch die Zweigspitzen benadelt und es bilden sich sogenannte "Pudelschwänze". Die Symptome reichen von einzelnen braunen Flecken auf den Nadeln und braunen Nadelspitzen bis hin zu ganz verbräunten Nadeln. Strickhof


Aufgrund der so genannten Tilgungpflicht werden beim Autobahnanschluss Thusis Süd in den nächsten Wochen von der Krankheit befallene Jungföhren entfernt und entsorgt. Dadurch soll verhindert werden, dass sich die Pilzkrankheit weiter ausbreitet.

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