13.11.2013 06:47
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Bern
Bern: Erheblicher Pflegerückstand beim Wald
Weil die Holzerlöse rückläufig sind, schlagen die Berner Waldbesitzer weniger Holz. Der Bestand wird immer älter, die Biodiversität leidet, der Schutzwald büsst an Wirkung ein.

Die Holzerlöse der Berner Waldwirtschaft sind rückläufig, weil die Nachfrage mehrheitlich durch Importe gedeckt werde. Dadurch fehle den Waldbesitzern der Anreiz, ausreichend Holz zu schlagen, heisst es in einer Meldung zum neuen Nachhaltigkeitsbericht, der heute veröffentlicht wurde.

Die Holzvorräte seien zu hoch und der Waldbestand zu alt. Es gäbe zu viele Bestände, die über 120 Jahre alt seien, während die Kategorie der 40- bis 80-jährigen Bestände untervertreten sei. Eine gezielte Nutzung und Verjüngung sei nötig. Insbesondere im Schutzwald, der zwei Drittel des Waldes im Kanton Bern ausmacht, bestehe ein erheblicher Pflegerückstand. Werde der Wald nicht nachhaltig bewirtschaftet, nähmen Biodiversität und die Schutzfunktion ab. Dem Kanton seien allerdings weitgehend die Hände gebunden. Man wolle gemeinsam mit den Waldbesitzern, Vermarktungsorganisationen und Forstunternehmen nach Wegen für eine „zukunftsfähige und nachhaltige Waldbewirtschaftung“ suchen.

Zur Sorge gibt auch die Waldgesundheit Anlass: Die hohen Stickstoffeinträge und die wegen des Klimawandels häufiger werdenden Trockenperioden wirkten sich negativ auf die Vitalität der Bäume aus. Das mache sie für Schadorganismen anfälliger. Der Kanton beobachte diese Situation und treffe Massnahmen, unter anderem zur Luftreinhaltung und zur Reduktion der Ammoniak-Emissionen in der Landwirtschaft.

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