30.05.2020 12:10
Quelle: schweizerbauer.ch - Kathrin Herren
Interview
«Wir konkurrieren Kleinbetriebe nicht»
Der Schweizer Obstverband (SOV) lanciert zum Start der Erdbeerensaison eine ausserordentliche Kampagne. Im Mittelpunkt steht die Thurgauerin Melanie Knup.

«Schweizer Bauer»: In der Kampagne stehen Sie stellvertretend für 400 Erdbeerproduzenten. Was zeichnet Sie aus?
Melanie Knup: Ich bin Beerenproduzentin. Unser Betrieb produziert alle Arten von Beeren. Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren und Stachelbeeren. Mein Vater hat vor 40 Jahren mit Erdbeeren begonnen und den Betrieb stetig weiterentwickelt. Immer wieder kamen Anbaumethoden dazu. 

Ihr Anbau ist vielseitig.
Wir bauen in beheizten Gewächshäusern an, haben aber auch normale Freiland-Dammkulturen. Teilweise mit Tunnelabdeckung und teilweise ohne. Im Boden und in Substrat.

Sie vermarkten national. 
Wir haben einen sehr  kleinen Direktvermarktungsstand bei unserem Hof. Sonst sind wir vor allem handelsorientiert. Durch unsere Grösse könnten wir gar nicht alles regional vermarkten. Wir liefern schweizweit vor allem an die Grossverteiler, aber auch an private Händler, an Kunden, die zum Markt fahren oder welche die Gastronomie oder Bäckereien beliefern.

Sie konkurrenzieren also Kleinbetriebe nicht?
Nein. Die Vielfalt  in der Beerenbranche ist gross. Bei unseren Sorten ist  insbesondere die Haltbarkeit sehr relevant, während kleinere Betriebe, die regional vermarkten, auf ein speziell gutes Aroma setzten. 

Wie gross ist auf Ihrem Betrieb der Anteil an Erdbeeren?
Die Erdbeeren sind klar unsere wichtigste Kultur und machen  70% des Betriebsumsatzes aus.

Wie ist die Saison für Knup Beeren gestartet?
Wir hatten einen angenehmen Winter. Genügend Kältestunden, aber nie starken Frost. Einen schönen April. Darauf folgte ein Mai mit viel Sonne und moderaten Temperaturen. Am Tag 20 Grad, 10 in der Nacht.  So mögen es die Erdbeeren.

Das heisst gut.
Genau. Alle Kulturen sind schön gestaffelt. Was eine optimale Spreizung bei der Ernte ergibt. Bei den frühen Kulturen konnten wir sehr früh mit der Ernte beginnen. Und die späten sind genügend verspätet. Wir können also konstant in etwa liefern, was der Markt verlangt, und es gibt voraussichtlich keine Ballung der Ernte. 

Zur Person:
Für die 34-jährige Melanie Knup aus Kesswil TG war früh klar, dass sie einmal im landwirtschaftlichen Familienbetrieb ihres Vaters einsteigen wird. Nach dem Schulabschluss besuchte sie Praktika bei Beerenproduzenten in England und Spanien. Die Betriebsgrösse von Knup Beeren war schliesslich ausschlaggebend dafür, dass sie sich für das Betriebswirtschaftsstudium entschied. 2011 stieg sie in den elterlichen Betrieb ein und machte am Plantahof die Nachholbildung zur Landwirtin EFZ.  

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