26.08.2016 07:11
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Österreich
Wegen Wetter - Magere Weinernte
Nach einem blühenden Start in das Frühjahr, hat das Wetter den österreichischen Winzern einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht. Aufgrund der Frostnächte Ende April fällt die Weinernte 2016 im Nachbarland mager aus.

«Wir haben heuer die fünfte kleine Menge in Folge», prognostizierte Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager am Donnerstag an einer Pressekonferenz. Die Qualität soll dafür umso besser sein.

Reben verhagelt

Die diesjährige Weinernte soll Schätzungen zufolge 1,8 Mio. Hektoliter betragen, der Durchschnitt in Österreich liege bei etwa 2,5 Mio. Hektoliter. Nun hoffen die Weinbauern auf einen schönen Altweibersommer. Zuletzt wirkte sich die Witterung positiv aus, die stabile Wetterphase begünstigt das Reifen der Trauben. Spielt das Wetter auch die nächsten Wochen mit, rechnen die Winzer mit einem qualitativ hervorragendem Jahrgang.

Die Wetterkapriolen haben die Winzer heuer besonders gefordert: Der Frost im April habe vor allem die Steiermark, das Burgenland und einige Gebiete in Niederösterreich stark getroffen. Alleine durch Hagel entstand im Weinbau laut der Österreichischen Hagelversicherung bis dato ein Schaden von 2,5 Mio. Euro. In der Steiermark bleibt den Winzern voraussichtlich nur ein Viertel der normalen Erntemenge, im Burgenland hofft man auf die Hälfte.

Hilfe aus Fonds

Existenziell betroffene Betriebe erhalten, auch wenn sie gegen Frost versichert sind, Hilfe aus dem Katastrophenfonds. Weinbaubetriebe, die aufgrund des Frosts weniger als 2000 Liter pro Hektar Wein ernten, bekommen laut Schmuckenschlager 3600 Euro pro Hektar. Diese Unterstützung sei aber an Auflagen zur Selbstvorsorge geknüpft und könne den Marktwert des Weines bei weitem nicht ersetzen.

Knapp werden dürfte österreichischer Wein trotzdem nicht: «Wir werden ihn nicht mit der Lupe suchen müssen, es wird im nächsten Jahr genügend österreichischen Wein geben», sagte Schmuckenschlager. Lediglich billige Weinsortimente könnten vielleicht nicht mehr im bisherigen Umfang aus Österreich bedient werden.

Die Traubenpreise liegen weiter über dem Durchschnitt der letzten Jahre, die Fasspreise würden zurzeit stagnieren. Weinliebhaber werden trotzdem nicht tiefer in die Tasche greifen müssen, Schmuckenschlager rechnet mit einer stabilen Preisentwicklung.

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