11.06.2019 12:03
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Bio-Ackerbautag
Hirse und Lein bereichern die Fruchtfolge
Lukas Weidmann aus Schlieren ZH sät alle seine sechs Ackerkulturen mit 33cm Reihenabstand. So kann er seinen Geräteträger einsetzen, der vorne mit einer Hacke und hinten mit einem Striegel bestückt ist.

Lukas Weidmann bewirtschaftet in Schlieren ZH einen reinen Bio-Ackerbaubetrieb mit 31ha LN. Soweit ist alles ganz normal. Etwas speziell sind die Kulturen, die er in seiner siebenjährigen Fruchtfolge anbaut: Rotklee für Saatgut, Hirse, Speisesoja, Dinkel, Öllein, Ackerbohnen und Winterweizen.

Zudem produziert er Wiesenblumensaagut, dieses Jahr sind es Wiesenflockenblume, Wegwarte, Salbei und Wundklee. Dieses Saatgut geht an die Fenaco. Das Erntegut der  anderen Ackerkulturen wird ausser bei den Ackerbohnen und der Soja   von der Biofarm übernommen.

Vielseitig und innovativ

Lukas Weidmann hat den Biobetrieb am Stadtrand von Zürich  dieses Jahr von seinem Vater übernommen. Dieser habe die Fruchtfolge geplant, sagt er: «Uns geht es um Nischenprodukte und darum, möglichst vielseitig und innovativ zu sein. Zudem sind wir hier in Schlieren am Stadtrand von Zürich, und der blau blühende Lein gefällt auch den Spaziergängern.»

Als Herausforderung im Bioanbau nennt Weidmann das Unkraut. Dies speziell, da er alles pfluglos anbaut. Dafür hat er seine Bekämpfungsstrategien: «Wir können hacken und striegeln, um dem Unkraut entgegenzuwirken.»

Nischenkulturen

Den Nischenkulturen ist am Bio-Ackerbautag am 13. Juni     in Münsingen BE ein eigener Posten gewidmet. Unter dem Thema «Nischenkulturen als Alternativen in der Landwirtschaft» werden verschiedene Nischenkulturen  angebaut und ihre Kulturführung dargestellt. Anbaumöglichkeiten  hinsichtlich Absatz, Standortansprüchen und Arbeitsaufwand werden aufgezeigt. sum

Weidmann sät alle Kulturen mit der gleichen Sämaschine mit 33cm Reihenabstand, damit er zwischen den Reihen  hacken kann. «Der Weizen wird ebenfalls  so gesät, wobei wir die normale Saatmenge verwenden», erklärt er, «die Reihen schliessen etwas später als normal, aber auf den Ertrag hat das keine Auswirkungen.» Auch der Lein und die Hirse – sie wird  Mitte Mai bis Ende Juni gesät – werden gehackt und gestriegelt. 

Spezieller Geräteträger

Auf dem eigens angeschafften Geräteträger ist vorne die Hacke aufgebaut  und hinten der Striegel angehängt. Weidmann nutzt in der Regel diese Kombination und nennt die Vorzüge: «Die Hacke reisst das Gras aus, der Striegel   verhindert, dass es wieder anwächst.» Es komme aber auch vor, dass er den Lein, der in der Jugendentwicklung eher konkurrenzschwach ist, in einem ersten Durchgang nur hacken könne, weil der Striegel die kleinen Leinpflänzchen ausreissen würde.

Für den Biolandwirt ist es   eine Erleichterung, so viele Kulturen in der Fruchtfolge zu haben: «Man ist gut abgesichert, und durch die verschiedenen Saat- und Erntetermine entzerren sich die Arbeitsspitzen.»  Gerade der Lein sei allerdings  eine Kultur, die etwas Fingerspitzengefühl im Anbau brauche: «Ich habe dieses Jahr vor der Saat am 30. März  keine Unkrautkur gemacht, weil die Saatbedingungen ideal waren und ich sie ausnutzen wollte – dies hatte zur Folge, dass eine starke Verunkrautung mit Knöterich aufgetreten ist. Dieser  hätte den Lein schnell überwuchert, doch mit dem Hacken und dem Striegeln konnten wir ihn zurückdrängen.» 

Beim Lein lautet die Empfehlung, ihn in der ersten Hälfte April zu säen. Wichtig ist ein gut abgesetztes Saatbett und eine Unkrautkur vor der Saat. Lein und Hirse werden Anfang August gedroschen. Bei der Hirse liegt der Ertrag bei 25 bis 35dt/ha, beim Lein bei 18 bis 25dt/ha. Aus dem Lein wird Leinöl gepresst, die Hirse wird als Goldhirse verkauft.

Neue Inputs

Wenn er es sich einrichten kann, will Lukas Weidmann den Bio-Ackerbautag auf dem Schwand in Münsingen BE  besuchen. «Er ist wie eine grosse Messe, die auch neue Inputs liefert. Da ich den Hof aber erst übernommen habe, werde ich meine Fruchtfolge vorerst so beibehalten, bis ich alles im Griff habe. Der Hanfanbau würde mich für später aber schon noch reizen.»

 

Das Programm vom Bio-Ackerbautag am 13. Juni

8.30 Uhr:  Eröffnung Ausstellerbereich, Kaffee, Tee und Biozopf in der Festwirtschaft
9.00 Uhr: Begrüssung und Gastreferat
9.30 Uhr: Präsentation Feldposten
11.30 Uhr: Maschinendemonstration
12.00 Uhr: Apéro und Mittagessen
13.30 Uhr: Präsentation Feldposten
15.30 Uhr: Maschinendemonstration
17.00  Uhr: Ende der Veranstaltung

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