2.08.2017 16:35
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Zürich
Hagel zerfetzt Kürbisfelder
Die heftigen Unwetter vom Nationalfeiertag und vom 2. August haben in der Landwirtschaft Hagelschäden schwere Schäden verursacht. Im Rafzerfeld wurden durch das Unwetter ein Gartencenter verwüstet. Bei der Jucker Farm wurden Kürbisse auf einer Fläche von 10 ha zerstört. Auch die Beerenkulturen nahmen Schaden.

Am Dienstag sind heftige Gewitter über Teile der Schweiz hinweggefegt. Besonders betroffen war auch der nördliche Teil des Kantons Zürich. Im Rafzerfeld ZH wurden landwirtschaftliche Kulturen und ein Gartencenter durch Hagel und Wind verwüstet.

Nach dem rekordheissen Nationalfeiertag sind am Abend und in der Nacht auf Mittwoch heftige Gewitter über die Schweiz gebraust. Die Böenspitzen erreichten in Marthalen im Zürcher Weinland bis zu 170 km/h.

Gartencenter verwüstet

In Eschenz TG fiel innert zehn Minuten soviel Regen wie noch nie. Mit 34 Litern pro Quadratmeter wurde der bisherige Rekord von 33,6 Litern aus dem Tessin egalisiert, wie SRF Meteo am Mittwoch mitteilte. Ein heftiges Unwetter hat in der Nacht auf Mittwoch über den Norden des Kantons Zürich erfasst. Betroffen waren vor allem Gemeinden im Rafzerfeld sowie im Bezirk Andelfingen, berichtet der «Landbote».

Stark erwischt hat es das Gartencener Hauenstein in Rafz ZH. Die Leitung des Gartencenters spricht von «immensen Schäden». Die Baumschule und das Gartencenter wurden durch Hagel und Wind verwüstet. Pflanzen seien «zusammengeschlagen» worden, Alleebäume wurden «gebrochen».

10 Hektaren Kürbisse zerstört

Stark in Mitleidenschaft gezogen wurden auch landwirtschaftliche Kulturen. Es kam zu schlimmen Hagelschäden, teilt die Jucker Farm schweizerbauer.ch mit. «Ich kann mich an kein ähnlich schlimmes Gewitter in Rafz seit knapp 20 Jahren erinnern», sagt Walter Pfister, Produktionsleiter des Spargelhofs. Die Region Rafz sei kein Risikogebiet für Hagel und extreme Gewitter.

Besonders betroffen sind die Kürbisfelder. Die Jucker Farm rechnet auf 10 Hektaren mit einem Totalausfall. Bisher behagte den Kürbissen der Sommer 2017. Rund 25 Prozent der Fläche wurde nun zerstört, heisst es auf der Website. Pfister rechnet mit einem Verlust von 250 Tonnen. Auf rund 5 weiteren Hektaren geht er von einem reduzierten Ertrag aus, da die Früchte zwar intakt, die Pflanzen jedoch beschädigt sind.


Auch Beeren betroffen

Die Ernte hätte am 7. August beginnen sollen. Die Kürbisausstellung ist gemäss Jucker aber nicht in Gefahr. Doch nicht nur die Kürbisse, sondern auch die Heidelbeeren und die Herbsthimbeeren wurden durch den Hagel stark geschädigt. Bei den Himbeeren müsse wohl die Ernte abgebrochen werden. Bei den Spargeln sei das Kraut abgeschlagen worden. Die Auswirkungen auf die Ernte 2018 kann aber noch nicht abgeschätzt werden.

Man müsse das Beste aus der Situation machen, heisst es auf der Website. Hagelnetze und Schutzmassnahmen werden diskutiert. «Aber schlussendlich bestimme die Natur das Wachstum und die Ernte», schreibt Jucker Farm.

Millionenschäden in Winterthur

In der Region Winterthur hagelte es am Dienstag ebenfalls sehr stark. Versicherer Axa Winterthur geht von 1500 Schadenmeldungen an Fahrzeugen aus. Das dürfte 4,5 Millionen Franken kosten. Die Allianz Suisse rechnet mit 1000 Schadenfällen und einer Schadenhöhe von drei Millionen Franken.

Für die Betroffenen eröffnet die Allianz sofort und die Axa am 11. September in Seuzach ZH ein Hagel-Drive-in. Die meisten Schäden gab es in der Region Winterthur. Im Wallis beschädigte der Hagel Rebberge.

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