28.08.2017 14:54
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Basel-Land
Gemüsebauer trotzt Klimawandel
Knapp 10'000 Kubikmeter fassen die Regenwasserbecken des Gemüsebetriebs von Andreas Eschbach in Füllinsdorf BL. Das Regenwasser von seinen Gewächshausdächern deckt den Bedarf übers Jahr, was Trinkwassernetz und Gewässer schont. Tiefe Gemüsepreise machen das System dennoch unrentabel.

Den auf einer Kuppe mit Blick nach Basel gelegene Gemüsebetrieb Eschbachs beliefert ganzjährig Händler mit saisonalen Gemüsen aller Art. Weil das Gemeinde-Trinkwasser für die Bewässerung zu teuer war, baute sein Vater ein erstes Regenbecken, das er nun um ein zweites ergänzt hat. Die Becken fassen das 1,6-fache des Jahresbedarfs, womit er autonom ist, wie er am Montag vor den Medien sagte.

Lobenswertes Beispiel

Wegen des Klimawandels steigen die Temperaturen und mit ihnen der Bewässerungsbedarf - dies dürfte für alle landwirtschaftlichen Regionen der Schweiz gelten. Gleichzeitig sinken im Baselbiet die Bachpegel. Die Wasserentnahme aus Oberflächengewässern wird deshalb immer heikler und Eschbachs Wasser-Autonomie so immer wertvoller.

Würde dieselbe Menge Wasser, die Eschbach auf seinen Gewächshausdächern sammelt, dort auf natürlichen Boden regnen, dann würde wegen Verdunstung und Versickerung nur ein kleiner Teil bis in den unterhalb gelegenen Bach Ergolz gelangen, sagte Adrian Auckenthaler vom Baselbieter Amt für Umwelt und Energie. Der Betrieb sei so ein lobenswertes Beispiel für den Umgang mit Wasserknappheit.

Produzentenpreise zu tief

Regenwasser ist zudem deutlich weniger kalkhaltig und damit für den Betrieb deutlich besser als das Gemeinde-Trinkwasser. Der Nutzen für den Betrieb und die Umwelt macht die Anlage aber nicht rentabel: Ohne einen 40-prozentigen Zuschuss des Bundes hätte er das zweite Becken nicht bauen können, sagte Eschbach. Die Gemüsepreise seien viel zu stark unter Druck, um die Anlagekosten drauf zu schlagen.

Die Schweizer Gemüsemarktlage verhindert derzeit eine weitere Klimaschutz-relevante Investition Eschbachs: Der vorbereitete Einbau einer Wärmepumpe, mit der er die Gewächshäuser aus dem Wassersammelbecken beheizen könnte, was den Heizölbedarf weiter reduzieren würde, ist nicht finanziert: Gegen 400'000 Franken fehlen.

Die Wärmepumpe würde im Betrieb rund 10'000 Franken sparen, doch die Abschreibung kosten zunächst rund 25'000 Franken jährlich und der nötige Strom 15'000 Franken jährlich. Helfen könnte ausgerechnet der Klimawandel: Steigen mit den Temperaturen die Leitungswasserpreise, und wird auch das Heizöl wieder teurer, lohnt sich die Wärmepumpe.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE