1.04.2020 18:55
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Corona
Freiburg kommt Gärtnern entgegen
Der Kanton Freiburg erlaubt unter gewissen Auflagen den Verkauf von Samen, Setzlingen und Blumenerde. Weiteres Material fürs Gärtnern darf aber nicht verkauft werden.

Der Verkauf von Samen, Setzlingen und Erde wird laut Freiburger Staatskanzlei «durch strenge Vorschriften geregelt». Zulässig ist der Online-Verkauf mit Lieferung per Post oder Hauslieferung. Neu erlaubt ist auch die Mitnahme von Waren über ein Drive-In-System, wie die Staatskanzlei in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt.

Läden und Gewächshäuser sind tabu

Ein Zugang zum Laden oder den Gewächshäusern ist laut Kanton für die Öffentlichkeit «völlig ausgeschlossen». Die Bestellungen müssen online, telefonisch oder per Mail erfolgen. Die Betriebe teilen den Kunden den genauen Zeitpunkt der Abholung mit.

Beim Abholen der Ware müssen die Kunden in ihren Fahrzeugen bleiben und die Produkte nacheinander abholen. Die Verteilung der Ware erfolgt ohne Körperkontakt und unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften. Wenn möglich sollte nicht mit Bargeld, sondern mit Karte bezahlt werden. Die Geschäfte müssen sicherstellen, dass es in der Nähe zu keinen Staus und Störungen kommt.

Weiterhin «streng verboten» ist laut den Freiburger Behörden der Verkauf von anderem Material zum Gärtner, etwa Planen oder Werkzeuge.

Regelmässige Kontrollen

Der Kanton kündigte an, die «strikte Einhaltung» dieser Vorgaben regelmässig zu kontrollieren. Die Lockerungen beim Verkauf von Samen und Setzlingen entspricht einen Wunsch vieler Hobbygärtner. Im Garten könnten viele in diesen schwierigen Zeiten etwas Entspannung finden, schreiben die Behörden weiter.

Diese vom kantonalen Führungsorgan beschlossene Regelung verstosse nicht gegen Massnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus, halten die Freiburger Behörden fest.

Setzlinge und Saatgut lebenswichtig

Der Neuenburger Grossrat Laurent Debrot (Grüne) hat eine Petition gestartet, welche die Landesregierung auffordert, diese Läden den Lebensmittelgeschäften und den Apotheken gleichzusetzen. Innert zehn Tagen haben er und seine Mitstreiter bereits über 22'000 Unterschriften gesammelt.

Laut dem Verfasser der Petition sollen Setzlinge und Saatgut als lebenswichtige Güter - wie Obst und Gemüse - betrachtet werden. Sie seien deswegen auch während der Coronavirus-Epidemie unentbehrlich.

Es mache keinen Sinn, den Verkauf von Saatgut zu verbieten, im Gegensatz zu Tomaten aus Spanien oder anderen nicht wesentlichen Produkten, sagte er in einer Sendung des Westschweizer Radios RTS. Saatgut sei für den Hobbygartenbau, der in den kommenden Monaten zur Versorgung des Landes beitragen werde, unerlässlich, heisst es in der Petition.

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