26.02.2017 13:25
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Australien
Farmer wollen Cannabis anbauen
Der australische Bundesstaat Victoria hat kürzlich seine erste Cannabisernte eingebracht. Gross war der Ertrag bei diesem Testversuch für die medizinische Anwendung allerdings nicht. Doch dürften künftig die Produktionsmengen zunehmen.

In immer mehr Ländern wird medizinisches Cannabis für die Behandlung - beispielsweise chronischer Schmerzpatienten - zugelassen, darunter auch in Deutschland und Australien. Der Import der Produkte ist jedoch teuer und aufgrund der notwendigen Einfuhr- und Ausfuhrlizenzen für die normalerweise illegale Droge sehr bürokratisch.

Nach Angaben des australischen Fernseh- und Radiosenders ABC ist der Handel in der Hand weniger Grosskonzerne, die meist aus den USA, Kanada und Israel stammen. „Down Under“ soll nun die heimische Erzeugung ausgebaut werden, und die Farmer machen sich Hoffnung auf eine neue Einnahmequelle. Der Markt für medizinisches Cannabis wird in Australien auf 100 Mio. AUD (77 Mio. Fr.) geschätzt. Laut ABC gab es zuletzt 25 Lizenzanträge für den Anbau und die Herstellung medizinischer Hanfprodukte.

Allerdings gelten für die Produzenten strenge Regeln, die vor allem für kleine Betriebe schwer zu erfüllen sind. So darf der Anbau nur in Gewächshäusern erfolgen, die zudem bewacht sein müssen. Ausserdem müssen sich alle Beschäftige eines Unternehmens überprüfen lassen und ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.

ABC zufolge sind noch weitere Forschungsarbeiten bezüglich des Saatguts, der optimalen Aufwuchsbedingungen bis hin zur Entwicklung und Herstellung von medizinischen Präparaten notwendig. Das Marktsegment medizinischer Cannabis stecke somit noch in den Kinderschuhen, habe aber durchaus Entwicklungspotential.

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