12.04.2017 12:45
Quelle: schweizerbauer.ch - Michael Wahl, lid
Gemüse
Bereits vor 4'700 Jahren eingesetzt
Kalorienarm und überaus vitaminreich: Der Rhabarber sorgt derzeit für viel Frische auf dem Teller.

Ab April ist es wieder soweit: Bis im Juni hat die einheimische Rhabarberproduktion Hochsaison. Für die einen sind die roten Stängel mit den dunkelgrünen Blätter ein köstlicher Genuss, für die anderen viel zu sauer. Grund für den herb-frischen Geschmack ist der hohe Gehalt an Apfel- und Zitronensäure. Botanisch gehören die Rhabarber zwar zu den Gemüsen, Verwendung finden sie aber meist in der süssen Küche - als Kompott, Cremen und Kuchen.

Chinesische Herkunft


Im Garten erweist sich der Rhabarber als überaus pflegeleicht. An sonnigen bis halbschattigen Standorten gepflanzt, braucht er lediglich einen nährstoffreichen Boden und genügend Wasser. Gegen Schädlinge und Krankheiten ist er weitgehend resistent. Und mit 8 bis 10 Jahren Lebensdauer sind die zwischen 70 und 150 cm hohen Stauden zudem langlebig.

Der Rhabarber, der zu den Knöterichgewächsen gehört, ist sehr alt. Aufzeichnungen zufolge setzten ihn die Chinesen bereits vor rund 4‘700 Jahren ein und zwar als Heilmittel. Dank günstigen klimatischen Bedingungen verbreitete er sich bis in unsere Breitengrade. Im Mittelalter noch zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt, entdeckte man ihn erst im 18. Jahrhundert für die Küche.

Ungesunde Blätter

Damit fand ein überaus gesundes Gemüse den Weg auf unseren Speisezettel: Nebst den Mineralien Kalium und Kalzium und reichlich Ballaststoffen enthalten Rhabarbern die Vitamine A, B1, B2, vor allem aber viel Vitamin C. Aber: Rhabarbern enthalten auch die in grösseren Mengen giftige Oxalsäure. Diese kann die Entstehung von Nierensteinen fördern. Weil sich die Oxalsäure vor allem in den grünen Blättern befindet, sollten diese nicht gegessen werden.

Gleich verhält es sich mit den Stielen, die immer nur geschält auf den Teller kommen sollten. Wer auf Nummer sicher gehen will, kocht oder blanchiert die Rhabarber und schüttet das Kochwasser weg. Generell gilt: Beim Rhabarberverzehr nicht übertreiben und vor allem ab Juli nicht mehr konsumieren. Der Oxalsäuregehalt nimmt dann derart stark zu, dass vom Verzehr aus gesundheitlicher Sicht abzuraten ist.

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